Wovenhand (USA)

Montag, 12. Juli 2010, ab 21.00 Uhr


April  2020
MDMDFSS
303112345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930123
Mai  2020
MDMDFSS
27282930123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Juni  2020
MDMDFSS
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293012345
Juli  2020
MDMDFSS
293012345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829303112
August  2020
MDMDFSS
272829303112
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31123456
September  2020
MDMDFSS
31123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
2829301234

David Eugene Edwards ist ein Genie. Ja, so darf eine Konzertankündigung auch einmal anfangen. Um zu diesem Urteil zu kommen, muss man sich nicht einmal sein aktuelles Album anhören, denn dafür hat er sich in der Vergangenheit mit seinen Bands 16 Horsepower und Wovenhand schon zu viel geleistet. Wer es aber nicht tut, ist selbst Schuld. Denn was er mit seinen drei Bandkollegen auf „The Threshingfloor“ so anstellt, ist eine wahre Offenbarung an  Intensität, Ideenreichtum, Spiritualität, wie man sie nur ganz, ganz selten hört. Spontan denkt man an Künstler wie Nick Cave, vielleicht Tom Waits und Patrick Watson. Doch mit wem man das hier auch vergleicht, ob man es Alternative Country, Indie oder wie auch immer nennen will, ist eigentlich völlig egal. Ein Threshing Floor ist ein harter Untergrund, auf dem Getreide gedroschen wird. Es mag abgedroschen klingen, aber Edwards und seine Band stehen inzwischen mit so starken Füßen auf so festem Boden, dass es weder Vergleiche noch Genres bedarf.

Passend zu besagtem Plattentitel fühlt man sich hier zunächst ein bisschen verdroschen und erschlagen, denn bei dieser atmosphärischen Dichte und Spannung bleibt kaum Luft zum Atmen, auch wenn die Musik dies sehr wohl tut. Immer tiefer taucht man in die düstere Nacht ein, und wenn die Augen gerade beginnen, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, scheint plötzlich ein helles Licht, das einen jäh aufschrecken lässt und zurückbringt in – ja wohin eigentlich? Jedenfalls nicht in die Realität, denn dieser entflieht man von der ersten Sekunde an, so man sich darauf einlässt und sich dieser geheimnisvollen und verstörenden Traumwelt hingibt.

www.wovenhand.com
www.myspace.com/wovenhand