Toot | Jazz

Mittwoch, 28. Januar 2009, ab 20.30 Uhr


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Hinter TOOT verbergen sich die Gesangslegende Phil Minton und die fast eine Generation jüngeren Axel Dörner, Trompete, und Thomas Lehn, Analogsynthesizer – zur Zeit zwei der gefragtesten deutschen Musiker in der zeitgenössischen improvisierten Musik.
«Elektro-akustische Musik im wortwörtlichen Sinn, improvisiert mit einem Gefühl für die Ungleichzeitigkeit von Dichte und Leere, gespielt als Dialektik von (An-)Spannung und Luftrauslassen. Sehr groß, diese mikro-mikro-Musik», schreibt der Kölner Musikjournalist Felix Klopotek über die Musik von TOOT, einem Trio in dem der spektakuläre britische Vokalartist Phil Minton auf zwei Musiker der jüngeren Generation der deutschen Improszene trifft. Axel Dörner, Jahrgang 1964, begann seine musikalische Laufbahn mit dem Klavierstudium, ehe er sich zu Beginn der 90er Jahre der Trompete zuwandte. Seit er 1994 nach Berlin zog, ist er als einer der gefragtesten Tompeter in Deutschland und eine Unzahl unterschiedlichster Projekte involviert. Der 1958 geborene Thomas Lehn widmet sich mit dem Hintergrund langjähriger Erfahrung als interpretierender und improvisierender Pianist auf dem Gebiet live-elektronischer Musik mit Vorliebe analogen Synthesizersystemen aus den spätsechziger Jahren, die einen unmittelbaren Zugriff und äusserst spontanes Interagieren erlauben. Der 61-jährige Minton begann seine künstlerische Laufbahn, zunächst als Trompeter bereits Mitte der 60er Jahre im Orchester von Mike Westbrook, reüssierte aber bald als Vokalist zu einem der ausdrucksstärksten und berühmtesten Improvisatoren der europäischen Szene.
Als in den sechziger Jahren mit dem Free Jazz der musikalische Klang unter anderem in den Bereich des Geräuschs ausgeweitet wurde, betrieben die Musiker damit auch einen «Kult der Intensität». Dieser ist in seiner urtümlichen Reinform bei TOOT nicht zu finden, erscheint jedoch durchbrochen-transzendiert, als temporäre, nadelöhr-expressionistische Kontrastsetzungen, eingebettet in der Umgebung sensibler und fragiler Klanggebilde dreier Musiker, deren individuelle Tonschöpfungen ineinander verschmelzen und somit kaum noch als Stimme, Trompete oder Synthesizer auszumachen sind.
Fast unhörbare Musik durchzieht die echtzeitkomponierten Texturen: Luft entströmt einer Trompete, ohne einen Ton zu bilden, und aus einem Mund, der zirpende, quiekende, stöhnende, ächzende, zischende, heulende, blubbernde, glucksende Laute von sich gibt. Minton, das Stimmwunder, kann jedes Geräusch seiner Kollegen nachahmen, auch die 20-Hertz-Töne und anderen Klangsubstanzen von Lehns analogem Synthesizer, dessen elektronische Klänge in der Lage sind, den Widerspruch zwischen Technik und Natur zu überbrücken.

Wie zufällig entstehende Rythmen entschwinden schnell wieder im Nichts. Die Poesie dieser Musik liegt in ihrer Zerbrechlichkeit.