Tex Rubinowitz liest aus "Irma"

Mittwoch, 10. Juni 2015, ab 20.00 Uhr


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Träger des Ingeborg-Bachmann-Preis 2014

Eine Freundschaftsanfrage per Facebook. Sie kommt von Irma. Die hat der Erzähler zuletzt vor 30 Jahren gesehen, als er mit ihr in Wien Wohnung und Bett teilte. Und alles begann und endete mit einem Zettel auf dem Küchentisch. Derart angestoßen beginnt er sich zu erinnern: An die reichlich dysfunktionale Beziehung zweier junger Menschen, die nicht wissen, ob sie in Gefühlsdingen besonders aufrichtig oder einfach nur bindungsunfähig sind. An frühere Stationen seines Lebens, erotische Suchbewegungen, Niederlagen anderer Art, Missbrauchserfahrungen, Reisen in die Welt hinaus bis nach China.

Der Autor hat zu seinem Text Bilder gesammelt, alte Plattencover, Fotos, Werbepostkarten. Das kennt man seit W.G. Sebald von vielen „recherchierend“ vorgehenden literarischen Werken. Rubinowitz stellt aber diese Form der Beglaubigung gleich wieder in Frage, indem er die Bilder von dem befreundeten Künstler Max Müller (Mutter) nachzeichnen lässt.

Dies ist ein ganz und gar eigensinniger, sprunghafter, komischer, sehr unterhaltsamer und zugleich verstörender Versuch über Vergänglichkeit und Erinnerung, über das, was zurückschaut, wenn man autobiografisch hinter sich blickt, und über das, was dabei herauskommt, wenn man sich anschickt, aus der eigenen Biographie Literatur zu machen.

Tex Rubinowitz, geboren 1961 in Hannover, lebt seit 1984 als Witzezeichner, Maler, Musiker und Schriftsteller in Wien. 2014 erhielt er den Bachmann-Preis.

Zitate:
Eine wilde, schöne und sehr seltene Liebesgeschichte
Aus der Begründung der Klagenfurter Jury

Der Text hat etwas Struppiges, in dieser Struppigkeit liegt aber nicht nur seine Komik, sondern auch seine existenzielle Lakonie.
Zeit

Das Buch ist, tja, wie soll man das sagen bei einem Text, der so nah an der autobiographischen Entblößung entlangbalanciert, das Buch ist bestürzend gut.
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung