She Keeps Bees (USA)

Samstag, 6. März 2010, ab 21.00 Uhr


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Ein Boy, ein Girl und auf keinen Fall ein Bass. Diese Koordinaten sind mit den White Stripes zum Erfolgsrezept geworden. Dabei sind She Keeps Bees aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn schon alleine deshalb keine bloße Kopie, weil die Rollen verkehrt besetzt sind. Andy LaPlant trommelt höchst minimalistisch und Jessica Larrabee spielt Gitarre, singt und schreibt alle Songs. Beide sind auch ein Liebespaar – bei den White Stripes wusste man das eine Zeit lang ja nicht so genau.

Das Duo spielt rohen und vor allem eindringlich verdichteten Bluesrock, wobei insbesondere Larrabees von altem Rhythym & Blues geprägte Stimme hervor sticht. PJ Harvey, Cat Power, Janis Joplin – wer von der amerikanischen Musikpresse ehrfürchtig mit derartigen Rocksirenen verglichen wird, darf sich durchaus etwas auf sein Organ einbilden. Und auch das Schlagzeugspiel hat sie, die mit ihrem Vater den Drummer einer Funkband in der Familie hat, ihrem Andy selbst beigebracht. So sind She Keeps Bees seit 2006, als das noch recht unfertige Debüt "Minisink Hotel" erscheint, kein weibliches Soloprojekt mehr.

Man kann den Lo-Fi-Stil etwas bildhafter auch "Bad Girl Rock" nennen, wenn man She Keeps Bees nicht gerade mit anderen energetischen Duos wie The Kills, den Black Keys oder – irgendwie doch passender – The Pretenders, Cat Power oder Scout Niblett vergleicht, deren schizophrene Note She Keeps Bees allerdings nicht anstreben. Dennoch dürfte ein Song wie "Gimmie", in dem Jessica Larrabee aggressiv "Give it to me daddy / work me like my back ain´t got no bone" faucht, selbst potente Männer zunächst verstören.

Dass der trockene, schnörkellose Blues-Sound der meisten Songs ihres im Herbst 2009 veröffentlichten Albums "Nests" nach eigener Aussage aus einem 5-Dollar-Verstärker und die eingesetzte Akustikgitarre aus einer aufgelösten Satanisten-WG stammt, macht She Keeps Bees noch anrüchiger.

www.shekeepsbees.com
www.myspace.com/shekeepsbees