Séraphine

Mittwoch, 31. März 2010, ab 19.30 Uhr


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F 2008, 125 Min., von Martin Provost mit Yolande Moreau, Ulrich Tukur, Anne Bennent, Genevièe Mnich, Nico Rogner, Adélaide Leroux, Serge Larivière

In vielen Überblicksdarstellungen der Kunstgeschichte sucht man vergeblich nach dem Namen Séraphine Louis. Sie ist eine Randfigur mit tragischem Leben und als solche prinzipiell interessant für das Kino. Der in diesem Jahr mit sieben Césars – darunter die Preise für den besten Film und die beste Hauptdarstellerin – ausgezeichnete Film folgt den bekannten Fakten des Lebens Séraphines, bedient sich eines distanzierten Stils und verzichtet weitestgehend auf eine unnötige Dramatisierung eines ohnehin schon dramatischen Stoffes.

In der Hauptrolle kann man sich niemand anderes als Yolande Moreau vorstellen, die das zwischen Naivität und Wunderlichkeit wechselnde Gesicht einer Einsiedlerin hat, die abseits der Gesellschaft ein karges Dasein fristet. Zu Beginn sieht man nur den Broterwerb von Séraphine, sieht, wie sie Wäsche wäscht und putzt, sich von wohlhabenden Hausherrinnen zurechtstutzen lässt, ihren kargen Lohn zwei Mal zählt, ganz in ihrer eigenen Welt versunken ist. Beim Metzger lässt sie eine Kanüle Blut mitgehen, in der Kirche bedient sie sich nach einer Bekreuzigung beim flüssigen Kerzenwachs und dann sieht man wozu sie diese Zutaten braucht. Des Nachts, in einer kleinen Kammer mischt sie, wie eine Hexenmeisterin vor dem Altar hockend, Farben, mit denen sie kleine Holzbretter bemalt.

Natürlich nimmt niemand sie und ihre Malerei für voll, bis der in das Dorf gezogene deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde eines der Bilder Séraphines zu Gesicht bekommt. Sofort ist er vom Talent der Putzfrau begeistert und beginnt sie zu fördern. Doch immer wieder kommt das Schicksal in den Weg und verhindert den breiten Erfolg, den Séraphine sonst vielleicht gehabt hätte. Zunächst ist es der Erste Weltkrieg, der den Deutschen dazu zwingt Frankreich zu verlassen, später, nach seiner Rückkehr in die französische Provinz, verhindert die Weltwirtschaftskrise, das Séraphine die Einzelausstellung bekommt, die ihr Uhde stets versprochen hatte...