Seabear (ISL) | Support: Borko (ISL)

Sonntag, 05. Oktober 2008, ab 21 Uhr


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Borko

Wie klingt ein Schlag in die Magengrube? An einem Abend, irgendwo im Osten von Island, in einer kleinen Stadt vor einer kleinen Kirche. Björn Kristiansson hat genau darüber einen Song geschrieben. Besser gesagt: danach. Nach einem Schlag in die Magengrube, irgendwo im Osten von Island. «Spoonstabber» heißt dieses Lied, ein elegisches Tetris, geschachtelt aus verschleppten Beats, purzelnden Samples, aus Gitarren, Trompeten und einer Melodie für die Ewigkeit. «This may sound as a huge cliché but this was a pretty amazing experience for me. I had never before written a song after being punched in the belly. Maybe because I had never before been punched in the belly ... ?» Dieser Schlag war für Borko, wie sich der Musiker Björn Kristiansson nennt, offensichtlich eine einmalige Erfahrung. Ansonsten aber ist «Celebrating Life» voll von Erfahrungen. Ist dieses Album gewachsen, mit den Jahren und mit den Begegnungen. Die Melancholie und die Rhythmusmaschinen, die Leidenschaft für das Repetitive und die Lust an der Explosion.

Das Basteln an Laptop und Mischpult und die Live-Erfahrungen, die für
Borko immer prägend waren. Die Prog Rock-Platten der Kindheit, das Ohr von Jim O’Rourke und die Wärme von Electronica. Die dramatischen Höhen, die seine Songs immer wieder erklimmen («Hondo and Borko») und das
stoische Spiel aus Wiederholung und Modulation («Continental Love»).


Seabear

Mal wieder Island, mal wieder Reykjavik, mal wieder Herzensmusik. Aber diesmal ist von dem Kollektiv Seabear die Rede, das sich um den sympathischen Singer/Songwriter Sindri Már Sigfússon gruppiert. Mitglieder von Múm, Livemusiker von Sigur Rós und Studio- und Livemusiker von Benni Hemm Hemm leisten ihren Beitrag zum Debüt «The Ghost That Carried Us Away», dass der 24jährige Sindri im August 2007 als Seabear auf Morr Music veröffentlicht. Das niedliche Cover-Artwork entwirft er gemeinsam mit seiner Freundin, die auch als Vokalistin auf dem Album mitwirkt. Das Gitarrenspiel erlernt Sindri in seiner Kindheit, erste eigene Songs komponiert und nimmt er mit 19 Jahren auf. «Ich lebte in London, um die Kunstschule zu absolvieren, als ich krank wurde. Ich lag drei Wochen lang im Krankenhaus, war aber glücklicherweise durch meinen Job versichert. Also bekam ich 73 Euro wöchentlich, welche ich in eine akustische Gitarre und Aufnahmegeräte investierte». Dass aus dem Ein Mann-Projekt Seabear schließlich ein großes Bandgefüge wird, hat eher pragmatische Gründe, erzählt Sindri: «Das ergab sich, als ich gefragt wurde, ob ich in Berlin ein Konzert für The Books (mit leuchtenden Augen erinnern wir uns an ihren Auftritt vom 14.12.2006 in der Manufaktur) eröffnen wolle. Ich bin davor noch nie aufgetreten, also fragte ich zwei Freunde, ob sie Interesse daran hätten. So hat es angefangen. Und dann ist die Band gewachsen. Nun sind es sieben Musiker, die auch auf dem Album mitgewirkt haben.» Sindris sensibles, getragenes Songwriting erhält so einen verspielten, kammermusikalischen Rahmen, in dem neben Gitarren, Piano, Schlagzeug auch ein Glockenspiel, Streicher, ein Kontrabass oder die Mundharmonika Platz finden. Trotz der üppigen Instrumentierung klingt die Musik nie überbordend, die Arrangements sind jederzeit überschaubar und unaufgeregt.


Er bezeichnet den Sound des Albums insofern als LoFi, da es sich bei «The Ghost That Carried Us Away» nicht um einen pompösen Studio-Sound handelt, da er die Musiker alle in seinem kleinen Heimstudio um ein Mikro versammelt hat, um die Lieder einzuspielen.


Musikalisch inspirierend sind für Sindri Már Sigfússon Künstler wie Midlake, Tom Waits, Joanna Newsom oder CocoRosie. Besonders angetan zeigt er sich von isländischen Acts wie Ólöf Arnalds, Skúli Sverrisson und der Musik von Slowblow und Hjaltalín.