Rocket/Freudental (D) + Schallbladd - Sagen aus Schwaben (D)

Freitag, 29. Oktober 2010, ab 21.00 Uhr


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Rocket/Freudental (D)

Live muss man sich Rocket/Freudental in etwa so vorstellen: Während Sänger André Möhl – wenn er nicht gerade Gitarre spielt – schwitzend über ein imaginäres Laufband trabt, hüpft und gelegentlich auch schunkelt, bedient sein Bandkollege Robert Steng die Knöpfe des Synthesizers und schlägt das improvisierte Schlagzeug, das in erster Linie aus einem Hartschalenkoffer mit festmontiertem Schellenkranz besteht. Beiläufig ertönen dann Weisheiten wie „Die Zeit heilt keine Wunden, sie besteht ja nur aus Stunden“ oder „Alle sagen, ganz am Ende kommt ein helles Licht, aber kommst du dann dort an, findest du den Schalter nicht“.

(...)wütende Sprechgesänge von einem Sänger, der mit bemerkenswerter Souveränität überhaupt nicht singen kann, neben messerscharfer Poesie, die mal in eine Art Volkslied, mal in ein hektisches Disco-Punkstück eingebettet ist. Die Lieder erzählen mit Witz banale und bizarre Geschichten aus dem grausamen Alltag. Sie kritisieren die (Arbeits-)Welt vor einem chaotischen Mischmasch aus verschiedensten Musik-Genres und schaffen damit etwas sehr Eigenes. So kann Punk von heute klingen! Die Zeit

Schallbladd – Sagen aus Schwaben (D):

Diese Kompilation zeigt, dass es keinen Anlass für Erklärungen gibt, wenn man mit dem richtigen Schmackes loslegt, humorvoll, musikalisch ambitioniert und vielseitig. Thomas Venker Intro

Schwäbische Popkultur hat es schon immer verstanden, virtuos zwischen den Polen 'gemütlich' und 'ungemütlich' zu changieren.

Wir sind ziemlich froh darüber, dass wir das gesamte Schallbladd-Kollektiv überzeugen konnten, in der Manufaktur aufzutreten. Es werden also alle auf der Kompilation vetretenen Bands und Projekte auftreten wobei wir auf die wirklich spektakulären Bühnenoutfits gespannt sein dürfen.

Die Songs auf dieser Schallplatte sind wirklich ein umwerfendes Beispiel für das, was ein Punk-Papst einmal als „fetzige schwäbische Moralschocker“ feierte und ein Pop-Papst als „neo-pietistische Protestlieder“ verhöhnte. Frage: Wer hat nun Recht? Man ahnt es höchstens. Eins jedenfalls ist klar: Die gut zwei Dutzend Leute, die an „Schallbladd“ beteiligt waren, wissen, was geht und was nicht. Kompakt und griffig präsentieren sie uns einen bisher kaum bekannten stolzen Diskurs, der über Generationen hinweg gehegt und gepflegt wurde. Ob als krasse Krypto-Sage, erschütterndes Märchen oder befreiender Popsong – schwäbische Popkultur hat es immer schon verstanden, virtuos zwischen den Polen ‚gemütlich‘ und ‚ungemütlich‘ zu changieren. So auch hier! Fast 30 Jahre nach der semi-legendären Postpunk-Kompilation „Schwabesäkel International“ (1983) dokumentiert „Schallbladd“ endlich mal wieder den Status Quo. Und was für köstliche Schnapsideen werden wahr gemacht! Jeder Tic ein Treffer! Man sieht Masken wandern und hört fremde Zungen singen. Ganz nach dem Motto ‚Lokal lieben, global klingen‘ erleben wir Selbstreferenzialität mit Weitblick; Folklore muss keine Falle sein. Wenn es hakt, tun spektakuläre Sparwitze ihr übriges. Das alles ist vor allem musikalisch eine wahre Wonne. Twee Pop, Neue Musik, Yachtrock, Bossa Nova, Disco, Avantjazz oder Psychobeat – alles ist im Überfluss vorhanden, aber noch lange nicht verstanden. Der Imperativ ist ganz schlicht: „Embrace!“, „Enjoy!“, „Nastracka Now!“ Das geht jetzt durchaus auch an die Adresse der Hineingeschmeckten. Denn „Schallbladd“ sollte für lange Zeit unser aller schönstes Plaisir sein.  

Musik von Schallbladd und Rocket/Freudental hören und Videos ansehen auf:

www.myspace.com/clubmanufaktur