O`Death (USA) | Support: Capillary Action (USA)

Sonntag, 8. Mai 2011, ab 21.00 Uhr


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Als die New Yorker Band O’Death am 31. Juli 2010 auf die Bühne des legendären Newport Folk Festival tritt, um ihren ersten Auftritt nach einer mehr als zwölfmonatigen Pause zu spielen, ahnt niemand im Publikum oder auf Seiten der Kritiker (die diesen Auftritt später sehr frenetisch feiern werden), dass dieser Moment für das New Yorker Quintett erheblich mehr bedeutet als nur ein weiterer Gig.
Für Sänger/Gitarrist Greg Jamie, Banjo-Hero Gabe Darling, Bassist Jesse Newmann, Geiger Robert Pycior und vor allem für Schlagzeuger David Rogers-Berry ist dieser Auftritt ein Neubeginn, ja quasi eine Art Wiedergeburt.
2009 mitten in einer Tour, wurde bei Schlagzeuger David Rogers-Berry ein bösartiger Knochentumor diagnostiziert. Woraufhin nicht nur die Tour abgebrochen wurde, sondern die ganze Band zum Stillstand kam. Tod spielte schon immer eine Rolle in der Band, die ihn gar im Namen trägt, aber nie so vehement wie in diesem Moment. Nach einer zehn Monate langen, kräftezehrenden, unglaublich anstrengenden, für einen jungen Mann ohne ausreichende Health Insurance viel zu teuren Chemotherapie und einem prothetischen Schulter-Implantat konnte die Band dennoch Ende vergangenen Jahres wieder ins Studio gehen.
Und dass O'Death am 3. Juni 2011 ihr drittes Album „Outside“ veröffentlichen, grenzt somit fast an ein Wunder.
Mit Hilfe von Produzent Billy Pavone (The Fall, Asobi Seksu, White Rabbits) gelang es der Band, das mit Abstand feinsinnigste, zugleich aber auch gewaltigste Album ihrer bisherigen Band Karriere aufzunehmen. „Outside“ ist ein Album, auf dem die Band trotz der düsteren Momente, nichts von ihrem frei fließenden Charakter einbüßt. Es ist ein Album, das auf erschreckend perfekte Art und Weise jenen Lebensabschnitt einfängt und widerspiegelt, in dem sich die Songwriter zu dieser Zeit befanden.
Es ist das erste O'Death Album, in dem die Band einen Gang zurück schaltet, sich auch mal den besinnlicheren Tönen widmet und erstmals weitaus komplexeren Songstrukturen Platz macht, anstatt immer nur auf die Zwölf zu hauen.
Ja, man muss etwas umdenken, wenn man von O'Death lediglich die beständig vorwärts stürmende Civil War Punk Kapelle erwartet, die sie sicherlich nach wie vor auf der Bühne sein wird. Aber solange dabei Songs wie das sich grandios aufschwingende "Look At The Sun" heraus kommen, soll uns das tatsächlich nur herzlich willkommen sein. Wir freuen uns in erster Linie darüber, dass unser Freund David Rogers-Berry dem Tod von der Schippe gesprungen ist und dass seine quasi Nah-Tod Erfahrung ihn dazu inspiriert hat, einem "normalen" Schlagzeug fast Adé zu sagen.
Stattdessen malträtiert der Wiedergenesene nunmehr eine alte Kirmes-Pauke mit Ketten und allem erdenklichen Zeugs, während seine Mitstreiter weiterhin Banjo, Fiddle und die Akustische zum Singen bringen. Hochkarätige Gastmusiker trugen French Horn und Tuba und viele andere Instrumente durch die vier Wände des Aufnahmestudios und so ist "Outside" ein tolles, vielschichtiges und sehr gereiftes und reflektierteres Werk geworden als wir es vorher je erwarten konnten.
Eine richtige Zuhör-Platte, statt eines weiteren Bürgerkriegspolkamonstrums.
Nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Head Home“ und dem Nachfolger „Broken Hymns, Limbs and Skin“, war die Band pausenlos unterwegs. Durch die ganze USA und ganz Europa spielten sie sich bei allen sich bietenden Gelegenheiten, auf Festivals, in Kneipen, auf Punk Konzerten - oder Hochzeiten, auch gerne auf zweien gleichzeitig. Sie rannten offene Türen ein, verausgabten sich bis aufs letzte Hemd, schwitzten, schluchzten, lachten und lärmten sich über die Bühnen dieser Welt, als gäbe es kein Morgen. Die Magie des Momentes, im Wissen dass er endet: das war und ist was O’Death so fantastisch machte und macht. Jetzt mehr denn je.

Capillary Action:

Capillary Action ist das Baby von Songwriter Jonathan Pfeffer und wurde bereits in den USA von Pitchfork und All About Jazz bejubelt. Mit Hilfe seiner außergewöhnlichen Band und teils mit Orchester verbindet Pfeffer Freejazz-Bläser, Neue Musik und brasilianische Rhythmen mit der Furiosität des Mathrocks und der Zugänglichkeit des Artpops. Eine einzigartige Soundforschung mit herrlich vertrackten Schüben voller Emotionalität, über denen die düster-einnehmende Stimme von Pfeffer thront, der in der Vergangenheit bereits die Bühne mit u.a. Dirty Projectors, Beirut, Carla Bozulich, Les Claypool, Joe Lally, Shudder To Think und Ruins teilte. Als vertonte Chaostheorie könnte man ihr vorletztes Album „So Embarassing“ beschreiben – ihr aktuelles Werk „Capsized“ (zu deutsch „gekentert“), welches komplett akustisch eingespielt wurde und eine Art südamerikanische Kammermusik ist, steht in deutlichem Kontrast hierzu. In Teilen zugänglicher, aber auch komplexer und bedingunsloser warten Capillary Action 2011 auf.

Kostenlos, unregistriert und unverbindlich Musik von O’Death und Capillary Action hören und/oder Videos ansehen:

www.myspace.com/clubmanufaktur