Kreisky (A) | Support - Tracker (A)

Freitag, 20. Mai 2011, ab 21.00 Uhr


Dezember  2019
MDMDFSS
2526272829301
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
303112345
Januar  2020
MDMDFSS
303112345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829303112
Februar  2020
MDMDFSS
272829303112
3456789
10111213141516
17181920212223
2425262728291
März  2020
MDMDFSS
2425262728291
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
303112345
April  2020
MDMDFSS
303112345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930123
Mai  2020
MDMDFSS
27282930123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Universalkünstler André Heller bezeichnete den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky einmal als „österreichischen Irrtum“, als „Fehler im System“. Ähnliches könnte man auch über die Band Kreisky sagen. In ihrer gesamten Art nämlich sind die vier Wiener Musiker ebenfalls ein österreichischer Irrtum - unfassbar ungut, laut und ungemütlich in ihrer Musik und in ihren Texten. Und damit in diesem traditionsgefrorenen Land und einer kaffeehäuslerischen Stadt wie Wien eigentlich schon wieder am richtigen Platz. Kreisky stehen für "Sperrigsein, Maulaufmachen, Gegenhalten, auch wenn die Gegner nicht mehr so klar und sichtbar sind“, wie De:Bug das einmal beschrieb: „Das tut not und gut".

Mit ihrem dritten Album „Trouble“ perfektionieren und verdichten Kreisky ihre Kunst der schroffen Töne und vehementen Aussagen. Sänger Franz Adrian Wenzl lässt hier aufgekratzte Charaktere zu Wort kommen, die ihr Glück nicht selten im weinerlichen Unglücklichsein finden. Gestalten, die am Zurandekommen und Funktionieren in einem längst demolierten Mainstream-Fantasia-Land erbärmlich scheitern. Wer nicht dabei sein darf, ist in dieser Welt eben dagegen. Manifest bleibt der wahnsinnige Plan, einer eigenen und irgendwie ersponnenen Fiktion des Besseren gerecht zu werden. Was außer Trouble sollte das bitte bringen? Zum dringlichen Gezeter des grantigen Erzählonkels Wenzl nervöselt der durchgeknallte Sound der Vorzukunft, Glasschneidegitarren, ein Walking Bass, der das Gehen nie so recht gelernt hat und ziemlich rüpelhafte Drums. Insgesamt: ein gelungener Blechschaden – Mark E. Smith knallt Udo Jürgens von hinten ungebremst in den dunkelblauen Bentley rein –, das Ergebnis vieler lauter und leiser, großer und kleiner Kollisionen.

2005 gegründet, erspielten sich Kreisky in ihrer Heimat Österreich innerhalb kurzer Zeit den Status der definitiven band to watch. Ihr selbstbetiteltes Debüt (2007) und ihr Zweitling „Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld“ (2009) sorgten mit ihren schonungslosen Noise-Exkursionen in "die dunkle Seite der österreichischen Seele" (Der Standard) für einigen Wirbel. Die Konzerte der Band werden regelmäßig zur hemmungslosen Grant-Messe und einer Lektion in Lautstärke. Kreisky sind Klaus Mitter (dr), Martin Max Offenhuber (g), Gregor Tischberger (b) und Franz Adrian Wenzl (voc & keys).

Noch heute stehen die grandiosen Fotos vom fulminanten Manufakturauftritt vom März 2009 (von Tobias Sauer) auf der Kreisky-Homepage: (http://www.kreisky.net/?c=fotos)

Kostenlos, unregistriert und unverbindlich Musik von Kreisky hören und/oder Videos ansehen:

www.myspace.com/clubmanufaktur