Jochen Distelmeyer (D)

Sonntag, 7. Februar 2010, ab 21.00 Uhr


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Die neuen großen Popsongs vom Ex-Blumfeld Sänger berühren und gehen nicht mehr aus dem Kopf.


In den frühen neunziger Jahren etablierte sich in Hamburg eine Musikszene, der man den Titel "Hamburger Schule" gab. Bands wie Tocotronic und vor allem Blumfeld waren die wohl bekanntesten und ausdauerndsten Vertreter dieser Richtung, die nie ein Teil einer Jugendbewegung sein wollte. Nun gaben Blumfeld 2007 ihre Auflösung bekannt. Die Fans waren geschockt - sollte es nach 17-jährigem Bestehen nie mehr kluge Texte, sexy Auftritte und die im Laufe der Zeit immer weicher werdende Stimme des Blumfeld-Sängers und kreativen Kopfs, Jochen Distelmeyer, geben? Entwarnung auf allen Kanälen, denn Jochen macht weiter. Mit "Heavy" erschien sein erstes Soloalbum, das da anknüpft, wo es mit Blumfeld aufhörte. In großer Offenheit, inklusive im Showgeschäft Gefühle zeigen. So finden sich auf "Heavy" Songs, die von Abschied, Verlust, Hoffnung und Wut handeln ("Wohin mit dem Hass") oder solche, die Einblicke in vertraute Gefühlswelten zulassen ("Nur mit dir, bleiben Oder gehen"). Und das unerschrocken im Angesicht des Vorwurfs, kitschig zu sein. "Mir kamen häufig Vorwürfe dieser Art vor wie kleine Kinder, die im Kinderfernsehen so was gucken wie 'Lassie' oder 'Flipper' - und dann knutschen sich zwei und die reagieren: 'Uhh, bäh', so wegguckend. Und die muss ich dann einfach so zurückgeben und finde das 'klemmi', verklemmt, seinen Gefühlen sich nicht stellend. Ich versuche genau das Gegenteil: mich dem zu stellen und als Songschreiber davon zu singen", so Distelmeyer in einem Interview. Bei all dem "sich stellen" lädt die Musik auch zum Bewegen ein. Von poppigem Midtempo bis zu schrammeligem Indierock ist stilistisch das vertreten, was man einst bei Blumfeld fand und liebte. Nur sind es jetzt ein paar neue Lieder mehr.