Freeter (D/GB/AUS) - Jazz

Freitag, 4. April 2014, ab 20.30 Uhr


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Der Name der hochkarätig besetzten neuen Gruppe Freeter leitet sich von einem Phänomen und Begriff aus Japan ab. Er meint  junge Japanerinnen und Japaner, die beruflich keine Bindung an einen Arbeitgeber eingehen, sondern von Teilzeitjob zu Teilzeitjob wechseln. Die Bezeichnung leitet sich von dem englischen Wort free (wie in Freelancer) und dem deutschen Wort Arbeiter (hier in der Bedeutung Teilzeitjobber) ab. Diese Art beruflicher Existenz ist für Musiker der internationalen Improvisationsszene schon immer Realität gewesen.

Johannes Bauer ist international einer der gefragtesten und stilbildendsten Posaunisten. Ob im Manfred Schulze Bläserquintett, Ulrich Gumperts Workshop Band und Doppelmoppel mit seinem Bruder Conrad Bauer oder in Formationen mit Peter Brötzmann, Cecil Taylor, Tony Oxley, Irene Schweizer und vielen anderen: immer sind die Gruppen geprägt durch seine persönliche Auffassung vom Posaunenspiel und seiner eindeutigen Haltung im kollektiven Mit- und Gegeneinander.

Tobias Delius, weitgereister gebürtiger Brite, Preisträger des niederländischen Boy Edgar Prize (2004), seit 1984 Amsterdam und ebendort Musikern wie Han Bennink, Tristan Honsinger, Wilbert de Joode  und dem ICP verbunden, glänzte mit spielerischem Witz und Charme wie technischer Souveränität schon in zahlreichen Projekten, sei es im eigenen Quartett oder als Partner von Georg Graewe, Steve Lacy, Bill Frisell, Louis Moholo, Cor Fuller oder Ray Anderson. Seit einigen Jahren lebt er in Berlin.

Clayton Thomas: Der junge Australier spielt sein Instrument so ganz anders, und er spielt überall. Der aus Tasmanien in Australien stammende Thomas lernte nach der Highschool  E-Bass und arbeitete in einer Werbeagentur. Erst als er mit fünfundzwanzig nach New York zum Vision Festival fuhr und dort den Bassisten William Parker spielen hörte, beschloss er, Musiker zu werden. Seit einigen Jahren lebt er in Berlin und gehört zu den angesagtesten Bassisten der Szene.

Martin Blume, dessen Spiel bestimmt wird „von einer filigranen Klangästhetik, deren treibendes Moment nicht bloß die rhythmische Energie, sondern vor allem der Zusammenklang mit den anderen Instrumentalisten ist“, arbeitet seit Anfang der 80er Jahre im internationalen Kontext der Avantgarde von Jazz, Improvisierter und Neuer Musik in den unterschiedlichsten Formationen. Seit 1988 leitet er hauptsächlich eigene Projekte, die ihn auf zahlreichen Konzerttourneen zu den weltweit wichtigsten Aufführungsorten und Festivals dieser Musik nach Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, England, Dänemark, Schweiz, Österreich, Slowenien, Ungarn, Italien, USA, Kanada und Australien führten.

Zitat:
„Freeter zeigte sich außerdem als eine interessante Mischung von Musikertypen: während Blume und Bauer „aus dem Bauch heraus“ spielten, zeigte sich der Kontrabassist Clayton Thomas als „Kopfmensch“. Mit seinem strukturierenden Spiel lag ein beträchtlicher Anteil an der Gestaltung der Improvisationen in seiner Hand. Er machte die Improvisation körperlicher, und genauso wurde sie auch von den Zuhörern im Publikum aufgefasst. Viele Menschen nickten, bewegten die Füße zur Musik mit. Der Funke war übergesprungen! Diese Szene-Jazzformation mit besonderem Gespür für Timing bescherte im Museum besondere Augenblicke. Süddeutsche Zeitung