ERB-BAKER-ROSALY TRIO (CH/USA) - Jazz

Samstag, 1. September 2018, ab 20.30 Uhr


August  2019
MDMDFSS
2930311234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930311
September  2019
MDMDFSS
2627282930311
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30123456
Oktober  2019
MDMDFSS
30123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031123
November  2019
MDMDFSS
28293031123
45678910
11121314151617
18192021222324
2526272829301
Dezember  2019
MDMDFSS
2526272829301
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
303112345
Januar  2020
MDMDFSS
303112345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829303112
Christoph Erb: Tenorsaxophon & Bassklarinette
Jim Baker: Klavier & Arp (Heiliger Gral der Analogsynthesizer)
Frank Rosaly: Schlagzeug

Auf eine abenteuerliche musikalische Fahrt muss man sich bei diesem Trio einstellen. Gegebenenfalls darf man gar das Klischee der musikalischen Achterbahnfahrt bemühen, bei der man sich tunlichst gut anschnallen sollte, um nicht alles und letztlich auch seine gesamte musikalische Sozialisation und sein musikalisches Leben aufs Spiel zu setzen. Aus mehreren Gründen funktioniert diese Metapher nicht. Denn wer sich bei der Rezeption dieser Band anschnallt, der hat auch schon verloren. Wer klare Erwartungshaltungen hat, der wird keinen Zugang finden. Diese Band faucht, schüttelt ab, nimmt gefangen und will so selbst gar nicht die Gefangenschaft von Genre, Richtung, Ziel und Einheit akzeptieren. Ein ständiger Kampf von musikalischen Schwergewichten gegen die Stringenz, Vorhersehbarkeit und gegen etwas, das man vielleicht Avant-Jazz nennen könnte – oder auch zeitgenössische improvisierte Musik. In diesem Fall wird man aber mit keinem der Begriffe weit kommen. Spätestens wenn sich die Begriffe setzen und man sich somit (zu) gut angeschnallt hat, verliert man den Anschluss. Die Musiker in dieser Band sind einfach zu wenig. Was bleibt einem also übrig, als, wenn auch manchmal schweren Herzens, alles über Bord zu werfen, was man in Sachen Musik zu wissen geglaubt hatte? Wissen wird zur Haltung, und den Hemmschuh der Gewissheit darf man sich hier getrost abstreifen. Und dann kann man in dieser Musik befreit herumwandeln, das Gras unter den eigenen Füßen spüren, wieder richtig empfinden. Denn vom Glauben daran, wie es zu klingen hat, werden wir nur abgehalten, wirklich zu hören und im Augenblick zu rezipieren. In dieser Hinsicht ist diese wunderbare Band eine Übung im Gegenwärtig-Sein.