DER NINO AUS WIEN (A)

Samstag, 22. Oktober 2016, ab 20.30 Uhr


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Bei seinen ersten Touren durch Deutschland hatte Der Nino aus Wien eine lustige Vorband dabei: Wanda! Das ist längst Vergangenheit und wir wissen wohin sich Wanda mittlerweile entwickeln: immer weiter hin zum Schlager und zum Bierzelt. Der Nino aus Wien hingegen misst mit seinen Songs eine enorme Bandbreite zwischen Folk, Wienerlied und Indierock aus. Jeder Song ist sein eigener Kosmos, zusammen wirken sie wie ein Kaleidoskop. Gebrochen schillert darin alles Heutige, von Bilderbuch über die zergrübelten Soap & Skin bis zur kühlen Analytik von Ja, Panik. Das österreichische Urgestein von Wolfgang Ambros klilngt ebenso an wie die morbide Poesie eines Ludwig Hirsch, der tanszendente Chanson eines André Heller oder das widerständige Wienerlied eines Helmut Qualtinger. Manches tönt, als hätten Falco und Syd Barrett gemeinsam Songs von Bob Dylan zerfasert und in Punk übersetzt. Dabei könnte Nino Mandl, so sein bürgerlicher Name, seine frei assoziierten und oft ironischen Texte über die Arbeitswelt, Beziehungen oder eine Katze namens „Plurabelle" auch sprechen – in seinem Wiener Idiom gerät ihm alles zum Gesang, vom Dada eines Ernst Jandl bis zu elaborierten Anspielungen auf James Joyce. Inhalt ist wichtiger als Vortrag, das Sperrige nur Ausweis der Authentizität. Mit Kippe im Mundwinkel und Rotweinglas in Reichweite pflegt Nino Mandl auch auf der Bühne den hedonistischen Habitus des waidwunden Sinnsuchers. Das ist nicht ohne Schmäh, kommt aber selbst im Walzerschritt oder beim Schunkeln nie auch nur in die Nähe einer tümelnden „Gmiatlichkeit". Zu unruhig und mäandernd ist jedes einzelne dieser Lieder. Und zu groß die anarchische Freude daran, jedes Idyll durch einen nervösen Wechsel von Stil oder Tempo zu durchkreuzen.

Pressezitate:
„Näher als hier war der österreichische Pop nie an Bob Dylan dran."
Süddeutsche Zeitung

Der Nino aus Wien: „Der beste junge Liedermacher des Landes."
Falter (Stadtmagazin, Wien)