Bill Callahan (USA) | Tickets

Montag, 10. August 2009, ab 21.00 Uhr


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Es ist nicht ganz klar, ob Bill Callahan die Kelly Family kennt und wenn ja, ob sie ihm als Referenz für eine ironische Notiz taugt. Doch das spätestens auf den zweiten Blick sehr verwirrend betitelte «Sometimes I Wish We Were An Eagle» verdeutlicht doch eines: Humor ist eine Möglichkeit, die man bei dem in Austin, Texas, lebenden Songwriter nicht mehr ausschließen kann. Seit er den langjährigen Moniker Smog ablegte und unter bürgerlichem Namen veröffentlicht, scheint sich bei Callahan so etwas wie eine innere Blockade gelöst zu haben. Auch musikalisch. «Woke On A Whaleheart» war 2007 ein kaum ausreichend gewürdigter, reichhaltiger und blühender Americana-Reigen, der nun seine Fortsetzung findet. Gewiss kann man anführen, dass Callahan mit seinen abgründigen, niederschmetternd kargen Arbeiten «Wild Love» und «The Doctor Came At Dawn» am erschütterndsten war. Doch auch die perlende Americana auf «Red Apple Falls» geriet einst großartig – ein Album, das für seine aktuelle Werkphase einige Koordinaten vorgibt. Nicht alleine im wunderbaren «Too Many Birds» begegnet man seiner vertrauten Metaphernwelt wieder: die Vögel, die Bäume, die Früchte. Doch Callahan ist kein Naturdichter, sondern einer, der innere Welt an der äußeren spiegelt – und umgekehrt. In «Eid Ma Clack Shaw» träumt er vom perfekten Song, der alles erklärt und nach dem Erwachen doch nur eine bittere Pointe freigibt. «All Thoughts Are Prey To Some Beast» bekennt der große Nachdenkliche später in typisch sonorer Phrasierung und wirkt dabei doch nicht so niedergeschlagen wie früher. «The Wind And The Dove« lässt wie selbstverständlich orientalische Harmonien einfließen, ehe «Faith/Void», eine erhebende zehnminütige Folkweise, den Zyklus beendet. «It's time to put God away«, wiederholt der Grummler hier unermüdlich und füllt die spirituelle Leere sogleich mit Streichern und perlender Melancholie. Vielleicht hat Callahan ja schon zu lange zu beständig Platten auf hohem Niveau gemacht, sodass sein unaufhörlich wachsendes Werk bisweilen als selbstverständlich hingenommen wird. Doch man sollte es von Zeit zu Zeit ruhig aussprechen: Neben Mark Kozelek, Will Oldham und Jason Molina ist Bill Callahan der vierte große amerikanische Songwriter seiner Generation. Wenn das keine Erkenntnis ist, die gelassen macht.