Ab 16.07. - La Vérité – Leben und lügen lassen

Donnerstag, 16. Juli 2020, ab 20.00 Uhr
Freitag, 17. Juli 2020, ab 20.00 Uhr
Samstag, 18. Juli 2020, ab 20.00 Uhr
Sonntag, 19. Juli 2020, ab 19.00 Uhr


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Dezember  2020
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Frankreich/Japan 2019, 106 Min., von Hirokazu Kore-eda mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche, Ethan Hawke, Clémentine Grenier, Ludivine Sagnier

Hirokazu Kore-eda ist hierzulande vor allem durch seine Filme „Nobody Knows“, „Like Father, Like Son“ und zuletzt „Shoplifters“ bekannt geworden. Jetzt hat er erstmals im Ausland gedreht, in einer fremden Sprache, nämlich französisch, mit einer französischen Crew. Man ahnt gleich, warum: Mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche und Ludivine Sagnier (in einer Nebenrolle) versammelt er gleich drei weibliche Filmstars aus drei Schauspielgenerationen. Da liegt es irgendwie nahe, dass es im Folgenden auch um die Schauspielerei, um das Kino gehen wird.

Deneuve spielt einen französischen Filmstar namens Fabienne Dangeville. Sie ist eine glamouröse Diva, die grünen Tee trinkt, natürlich nicht heiß genug, und fragende Journalisten am langen Arm versauern lässt. Außerhalb von Paris lebt sie in einem schönen Landhaus mit großzügigem Garten, durch den eine große Schildkröte wandert. Anlässlich der Veröffentlichung von Fabiennes Memoiren, kurz „La Verité“, also „Die Wahrheit“, genannt, kommt ihre Tochter Lumir extra aus New York angereist, im Schlepptau ihren amerikanischen Ehemann Hank, einen Fernseh-Schauspieler, und die gemeinsame Tochter Charlotte. Die Begrüßung ist kühl, niemandem ist nach Feiern zu Mute, zumal der Anlass – die Veröffentlichung eines Buches – eher gering ist. Lumir ahnt allerdings, dass sie den Inhalt des Buches auf seine Faktentreue hin genau überprüfen muss. Daran, dass ihre Mutter sie stets freudig in den Arm genommen habe und Hand in Hand mit ihr durch den Garten spaziert sei, erinnert sie sich jedenfalls nicht. Die nächsten Tage werden also ungemütlich, zumal Fabienne ihren Mund nicht halten kann. Für ihren Schwiegersohn, diesen zweitklassigen Serienstar, hat sie nur Verachtung übrig – zumal er kein Französisch spricht. Und so kommt es der kleinen Charlotte zu, das Herz der alten Hexe zu erweichen.

Mit erzählerischer Einfachheit und bewundernswerter Lebensklugheit treibt der Regisseur seine Erzählung ebenso unterhaltsam wie komisch voran. Und Catherine Deneuve ist eine Wucht.