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		<title>Zum Geleit (Mai 2025)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 May 2025 09:55:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freud*innen der Manufaktur,</p>
<p>„To flood the system with shit!“ Die gegenwärtig wirkmächtigste Medientheorie wird dem Alt-Right-Aktivisten und Breitbart News Network-Publizisten Steve Bannon zugeschrieben, dessen Biografie übrigens reichlich Stoff für eine vielteilige TV-Serie bieten könnte. Ludwigsburg, übernehmen Sie! Zeitweilig wichtigster Berater des US-Präsidenten „The Donald“ in dessen erster Amtszeit, später dann in Ungnade gefallen – und mittlerweile wieder zurück, zumindest in der Zone, wenngleich (noch) nicht im Weißen Haus. Dennoch scheinen die ersten paar Wochen der aktuellen US-Politik absolut der Spektakel-Strategie Bannons verpflichtet. Mit anarchischer Verve verfährt „The Donald“ erratisch bis zur Selbstparodie, haut einfach mal raus, was ihm gerade so durch Kopf und Bauch wummert und kann morgen nicht mehr erinnern, was er gestern warum und wie gesagt hat.</p>
<p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2025/05/zum-geleit-mai-2025/">Zum Geleit (Mai 2025)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></description>
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<p>„To flood the system with shit!“ Die gegenwärtig wirkmächtigste Medientheorie wird dem Alt-Right-Aktivisten und Breitbart News Network-Publizisten Steve Bannon zugeschrieben, dessen Biografie übrigens reichlich Stoff für eine vielteilige TV-Serie bieten könnte. Ludwigsburg, übernehmen Sie! Zeitweilig wichtigster Berater des US-Präsidenten „The Donald“ in dessen erster Amtszeit, später dann in Ungnade gefallen – und mittlerweile wieder zurück, zumindest in der Zone, wenngleich (noch) nicht im Weißen Haus. Dennoch scheinen die ersten paar Wochen der aktuellen US-Politik absolut der Spektakel-Strategie Bannons verpflichtet. Mit anarchischer Verve verfährt „The Donald“ erratisch bis zur Selbstparodie, haut einfach mal raus, was ihm gerade so durch Kopf und Bauch wummert und kann morgen nicht mehr erinnern, was er gestern warum und wie gesagt hat. Wobei seine Sprache mittlerweile gerne an einen Verschiebebahnhof von Floskeln und Bausteinen erinnert, die ohne Rücksicht auf sinnstiftende Semantik choreografiert werden. Wie bereits gesagt: Wenn man nicht gerade Demokrat ist, im Aktiengeschäft tätig ist, in der Ukraine, im Südsudan, in Myanmar, in der Türkei oder in Gaza terrorisiert wird, Immobilien auf Grönland oder am Panamakanal besitzt, dann kann Demenz im Amt auch durchaus als lustiges Entertainment wahrgenommen werden. Oder als eine freche Inszenierung von Demenz im Amt? Lustig auch, wenn „The Donald“ in Pressekonferenzen Journalisten das Wort entzieht oder, besser noch, wenn statt seiner Caroline Claire Leavitt zuverlässig adrett her masters voice gibt. Und naseweis erklärt, ohne die Amis würden die Franzosen heute wohl Deutsch sprechen. Wer muss dann nicht spontan an das traurige Schicksal von Elena Ceaușescu denken? Unterhaltsam auch eine neue Textsorte, in der jetzt deutsche PublizistInnen Abschied von ihrem ganz persönlichen us-amerikanischen Traum nehmen und von vergangenen Urlaubreisen quer durchs Land, das sich „home of the brave, land of the free“ schimpfte, schwärmen. Ach herrje, die Popkultur! Der Jazz! Hollywood! Die erste Jeans! New York, die Stadt, wo niemals schläft!  War es nicht Wim Wenders, der einst einen seiner Protagonisten räsonieren ließ, die Amis hätten unser Unterbewusstsein kolonisiert? Müssen wir jetzt tatsächlich daran erinnern, dass die verdienstvolle Band Heaven 17 in die Auslaufrille ihrer Maxi von „(We don’t need that) Facist Groove Thang“ „Better Luck Next Time, John Hinckley jr.“ ritzen ließ? Wie kommen wir jetzt von „to flood the zone with shit“ auf Wim Wenders? Vielleicht, weil die Veranstalter der Stuttgarter Tagung „Dokville 2025. Rechtsruck Deutschland“ sich nicht nur fragen: „Was macht die Rückkehr zu autoritären Herrschaftsformen so attraktiv? Was treibt Wähler:innen antidemokratischer Parteien an, macht sie zu willfährigen, bedingungslosen, ja gläubigen Unterstützer:innen? Welche Auswirkungen hat diese Situation auf die Pressefreiheit und den zeitkritischen Dokumentarfilm?“, sondern zudem auf die überaus naheliegende Idee gekommen, als Keynote-Speaker ausgerechnet Campino, den Frontmann der Toten Hosen und selbsternannten Klassensprecher der Generation „No Future“ zu verpflichten. Oder denken wir an jene Journalisten-Koryphäe der STZ/STN, der seit langem mit moralischen Geschichten und pittoresken Sittengemälden über das Leben und Treiben voll lebensbejahender Stuttgarter C- und D-Promis das Bannon-Prinzip am lebenden Objekt exekutiert? Dazu passt eine Meldung, die wir jüngst im Radio hörten. Demnach reagieren junge Bands aus dem UK oder den US of A bei Konzerten hierzulande leicht irritiert, weil das Club-Publikum, das sich zu rocken imstande ist, deutlich älter ist als das in ihrer Heimat. Großväterchen Rock! Stimmt das überhaupt? Und falls ja &#8211; woran könnte es liegen? An zu geringem Taschengeld? An Corona? An mangelnder Neugier der Generation Z? Aber komisch ist das schon und gewiss kein Zufall: Wenn besagter Journalist über Musical-Premieren, Gastro-Eröffnungen oder Buch-Präsentationen in Stuttgart berichtet, sind auch die immergleichen Promis – Schönheitschirurgen, SWR-Moderatoren, Ex-VfB-Profis, DJanes, First Ladies und Söhne &#8211; vor Ort, um die Landeshauptstadt als „place to be“ zu behaupten. Und alle (bis auf die Söhne!) sind deutlich Ü-40. Und Jüngere sind nicht im Bild. Vielleicht doch eine Frage des guten Geschmacks? Wenn man »the länd« schon nicht verlassen kann, will man/frau/divers jedenfalls nicht mit ihm gesehen werden. Apropos Heimat. Kürzlich erklärte uns ein Kölner Jeck auf der Insta-Seite des Wissenschaftsministeriums Ba-Wü den Wert der Dialektinitiative der Landesregierung zur Bewahrung der vielfältigen historischen Dialekte in Baden-Württemberg. Dialekte, so der Neigschmeckte, stiften Identität und Zusammenhalt. Sie seien wie „Nach-Hause-Kommen“, ein „Wohlgefühl“, „Abgeholt-und-Verstanden-Werden“, kurzum: „Heimat“. So sei es denn! Bis demnächst auf dem traditionellen Schließmuskel-Essen in Riedlingen!</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
</div></section><p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2025/05/zum-geleit-mai-2025/">Zum Geleit (Mai 2025)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zum Geleit (April 2025)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2025/03/zum-geleit-april-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Mar 2025 22:10:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freud*innen der Manufaktur,</p>
<p>Neulich eher zufällig die LADO-Kompilation „Billiger als Turnschuhe“ aus dem Regal gezogen. Turnschuhe? Lange nicht mehr gehört. Das Wort und die Platte. Darauf ein Song der großartigen HUAH! mit dem Titel „Der Krieg-Song“: „Vor dem Krieg hatte ich einen Vater / Vor dem Krieg hatte ich eine Mutter / Vor dem Krieg hatte ich sogar Kinder / Man muss sich ganz schön einschränken, wenn der Krieg ist!“ Aufgenommen wurde der Song 1991/92. „Seitdem der Krieg ist / Wohne ich im Keller / Im Keller mach ich Musik / Und krieg gar nichts mit / Eigentlich bin ich ja auch gegen Krieg / Aber die da oben machen ja doch, was sie wollen.“ 1991/92. Das waren die Baseballschlägerjahre mit Hoyerswerda, Mölln und Rostock-Lichtenhagen, aber „Krieg“? Ganz schön hoch gegriffen, aber gleichzeitig immer durch eine Prise Ironie abgefedert. Irgendwie der Sound der 1980er Jahre.</p>
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<p>Neulich eher zufällig die LADO-Kompilation „Billiger als Turnschuhe“ aus dem Regal gezogen. Turnschuhe? Lange nicht mehr gehört. Das Wort und die Platte. Darauf ein Song der großartigen HUAH! mit dem Titel „Der Krieg-Song“: „Vor dem Krieg hatte ich einen Vater / Vor dem Krieg hatte ich eine Mutter / Vor dem Krieg hatte ich sogar Kinder / Man muss sich ganz schön einschränken, wenn der Krieg ist!“ Aufgenommen wurde der Song 1991/92. „Seitdem der Krieg ist / Wohne ich im Keller / Im Keller mach ich Musik / Und krieg gar nichts mit / Eigentlich bin ich ja auch gegen Krieg / Aber die da oben machen ja doch, was sie wollen.“ 1991/92. Das waren die Baseballschlägerjahre mit Hoyerswerda, Mölln und Rostock-Lichtenhagen, aber „Krieg“? Ganz schön hoch gegriffen, aber gleichzeitig immer durch eine Prise Ironie abgefedert. Irgendwie der Sound der 1980er Jahre. Man denke nur an Die Zimmermänner: „Meine Freundin ist in der Friedensbewegung /Und ich bin bei der Bundeswehr / Immer gibt es eine aggressive Regung / Wenn ich wieder erzähle vom Heer!“ Lustig, nicht wahr? Dieses Augenzwinkern, dieser Distinktionsgewinn durch Ironie, der dazu taugt, reale und durchaus komplexe Problemlagen und Widersprüche kurzerhand wegzuzwinkern. Ein paar Jahrzehnte konnte man damit ganz gut fahren. Der Mauerfall? Zonen-Gabis erste Banane! Die Manson-Morde? Tarantino? An Harald Schmidt hätte man ich Echtzeit erleben können, wie Ironie auf Dauer gestellt, in bräsige Arschlochhaftigkeit umschlägt. In ihrem Buch „Plattenspieler“ hatten die unverdächtigen Autoren Frank Witzel, Klaus Walter und Thomas Meinecke auf die Gefahr einer Durchironisierung der Gesellschaft für die Popkultur hingewiesen: „Wenn alles Camp ist, ist Camp nicht mehr da.“ Doch leider ist dieser ironische Blick aufs Weltgeschehen nicht so einfach aus dem Körper zu exorzieren, zumal es ja auch immer wieder so schön Distinktionsgewinn verspricht, wenn man mitbekommt, dass Tino Chrupalla sich im Interview mit Kindern zwar für die deutsche Kultur stark macht, ihm aber auf Rückfrage kein einziges Gedicht einfällt. Und dann vielleicht doch noch Heinrich Heine: „Denk ich an Deutschland in der Nacht …“. Wobei: bei Zeile 3 hätte er da schon passen müssen. Lustig, nicht? Wenn Alice Weidel dagegen das Blaue vom Himmel herunterlügt, Begriffe und Definitionen nach Belieben verschiebt und auf Nachfragen nicht Antworten, sondern die immergleichen Wort- und Satzhülsen abfeuert, fällt Ironie schon schwerer. Und findet ja auch nicht statt. Schwieriger wird’s noch, wenn man den Bildern aus dem Oval Office konfrontiert wird, wo jemand mäandernd rumlabert, er sei nicht nur „really smart“, habe nicht nur „the best words“ und überhaupt ein Gespür für „deals“, die wiederum sich der „cards“ bemessen, über die er verfüge und jemand anderes eben. Der Mann redet derart stumpfsinnig daher, faselt von Grönland, von Kanada, vom Panama Kanal, von Lesetho als einem Land, von dem nie jemand gehört habe. Und dann freut man sich, wenn als comic relief dann irgendwann das Meme kommt, in dem Selenskyj Trump einfach eine so richtig reinkachelt. Was der rationalen Ohnmacht etwas Entertainment beimengt. Was den Umgang mit der aktuellen US-Administration angeht, rät Alexander Estis in der „Zeit“ folgendes: „Dass dem larifarischen Sprachrauschen der Stoffelherrscher mit gewaltloser argumentativer Erwiderung, also mit dem &#8222;zwanglosen Zwang des besseren Arguments&#8220;, kaum beizukommen ist, ergibt sich schon aus der sogenannten Nonsens-Asymmetrie, beschrieben durch <a href="https://www.forschung-und-wissen.de/magazin/brandolinis-gesetz-das-bullshit-asymmetrie-prinzip-13376626">Brandolinis Gesetz</a>: &#8222;Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion.&#8220; Dies erklärt den strategischen Vorteil, den selbst die minderbemittelten Erzeuger des Chaos seit jeher gegenüber noch den weisesten Ordnungsstiftern besitzen. Als einzige performativ triftige Widerlegung fataler Idiotien im aufmerksamkeitsökonomisch strukturierten Informationskrieg erweist sich das bloßstellende Auslachen.“ Okay. Was aber, wenn die traditionellen Hierarchien, die entlang der Linie Vernunft-Unvernunft laufen, nicht mehr valid sind? Trump, Musk und J.D. Vance sind längst Figuren der Pop-Kultur. Was, wenn Trump gewissermaßen als böser Clown, als fieser Dadaist agiert, der seine Provokationen raushaut und genießt, was passiert. Der vor Jahren schon mal gesagt hat: „I like chaos. It really is good.“ Vielleicht ist es aktuell ratsam mit Axel Hacke für etwas Distanz zu plädieren: „Man konnte den Blick nicht wenden von dieser Inszenierung neulich im Ovalbüro, manche Leute schauten es sich immer wieder an. Warum? Weil sie nach einem Sinn suchten. Aber es gibt keinen Sinn, nicht in diesem Theater, es gibt nur die Idiotie. Und Idiotenherrschaft heißt: Wir sind alle Idioten, solange wir zusehen.“ Wer jetzt spontan fragt: Wie soll das gehen?“, dem sei ein Hinweis auf unser April-Programm angeraten. Abschalten kann hilfreich sein. Manchmal. Eine Zeit lang.</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
</div></section><p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2025/03/zum-geleit-april-2025/">Zum Geleit (April 2025)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Zum Geleit (März 2025)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2025/02/zum-geleit-maerz-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 16:29:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zum Geleit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BERTOLT BRECHT</p>
<p>Der Radwechsel</p>
<p>Ich sitze am Straßenhang.<br />
Der Fahrer wechselt das Rad.<br />
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.<br />
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.<br />
Warum sehe ich den Radwechsel<br />
Mit Ungeduld?</p>
<p>Redaktionsschluß: 11.2.2025</p>
<p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2025/02/zum-geleit-maerz-2025/">Zum Geleit (März 2025)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></description>
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<p>Der Radwechsel</p>
<p>Ich sitze am Straßenhang.<br />
Der Fahrer wechselt das Rad.<br />
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.<br />
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.<br />
Warum sehe ich den Radwechsel<br />
Mit Ungeduld?</p>
<p>Redaktionsschluß: 11.2.2025</p>
</div></section></div><div  class='flex_column av-q2rubv-a77c22bd0be2902524ff83fe2c5c54e3 av_one_half  avia-builder-el-3  el_after_av_one_half  avia-builder-el-last  flex_column_div  '     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-m7nk6z9a-e2547cda56c1f501f0144771868e37dc">
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		<title>Zum Geleit (Februar 2025)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2025/02/zum-geleit-februar-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Feb 2025 17:00:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>sie haben es wieder getan! Es ist Mitte Januar, wenn dieses Editorial für Februar geschrieben wird. In der kommenden Woche wird der 47. Präsident der USA seine Amtsgeschäfte aufnehmen. Und weil „The Donald“ ein mittlerweile vorbestrafter Wiederholungstäter ist, hat er es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Karenzzeit zwischen Wahltag und Amtsübernahme zu nutzen, um die Welt da draußen von Florida aus in Atem zu halten. Gefühlt kein Tag ohne Provokation, keine Mitarbeiter*innen-Verpflichtung ohne Rücksicht auf Kompetenz oder diplomatische Gepflogenheiten. Falls Provokation das richtige Wort ist. Vielleicht ist es auch reiner Zeitvertreib kindlich gebliebener Unschuld, wie man es von Spielplatz, Bolzplatz, Schulhof erinnert. Dazu reicht mitunter ein kurzer Blick auf die Weltkarte, weil man ab und zu im Weißen Haus Stadt-Land-Fluss spielen will: Land mit „G“? Hauptstadt mit „N“? „Nuuk!“ oder (zur Not) „Nuke“? Land mit „C“ im Norden?</p>
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<section  class='av_textblock_section av-kng69h10-c743abe3cbd83a359bc92539e49645e6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>sie haben es wieder getan! Es ist Mitte Januar, wenn dieses Editorial für Februar geschrieben wird. In der kommenden Woche wird der 47. Präsident der USA seine Amtsgeschäfte aufnehmen. Und weil „The Donald“ ein mittlerweile vorbestrafter Wiederholungstäter ist, hat er es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Karenzzeit zwischen Wahltag und Amtsübernahme zu nutzen, um die Welt da draußen von Florida aus in Atem zu halten. Gefühlt kein Tag ohne Provokation, keine Mitarbeiter*innen-Verpflichtung ohne Rücksicht auf Kompetenz oder diplomatische Gepflogenheiten. Falls Provokation das richtige Wort ist. Vielleicht ist es auch reiner Zeitvertreib kindlich gebliebener Unschuld, wie man es von Spielplatz, Bolzplatz, Schulhof erinnert. Dazu reicht mitunter ein kurzer Blick auf die Weltkarte, weil man ab und zu im Weißen Haus Stadt-Land-Fluss spielen will: Land mit „G“? Hauptstadt mit „N“? „Nuuk!“ oder (zur Not) „Nuke“? Land mit „C“ im Norden? Hauptstadt von Panama? Das ist leicht: Panama City! Ein anderes altes Hobby, jetzt geteilt mit neuen Kumpels: Leute beschimpfen! Warum zur Abwechslung nicht auch mal sogenannte Freunde in Good Old Europe, die nicht über den bully Humor von Donald, Elon und JD verfügen und irgendwie lame and funny gereizt reagieren. Das macht auch Spaß, ist aber nicht abendfüllend, sondern erst der Anfang. Was auch sehr lustig anzuschauen ist, ist die Tatsache, dass viele der einstigen Donald-Verächter aus Silicon Valley ihm jetzt so tief reinkriechen, bis nicht mal mehr die Füße zu sehen sind. Und dann sind da ja noch die ewigen Fans von Donald und Elon in Ungarn, Serbien, Italien und eben Good Old Germany, die vor geiler Aufregung, jetzt irgendwie überraschend den Zeitgeist zu repräsentieren und nur noch hysterisch kichern. Nicht wahr, Alice? Beatrix? Giorgia? Naomi? Wer nach dem katastrophalen Ausgang der US-Wahl dachte, diese selbst eingebrockte Suppe können die stumpfen Amis (von denen wir in der Wolle gefärbten Pop-Freaks doch so einige sehr schätzen) aber jetzt mal selbst auslöffeln, greift deutlich zu kurz. The times they are a-changin‘. In den USA stehen die Zeichen auf Polarisierung und vor allem auch auf permanentem Ausnahmezustand, weil die Wut der Trump-Anhänger*innen umso mehr befeuert werden muss, weil die versprochenen Problemlösungen so einfach wie im Wahlkampf behauptet kaum zu lösen sein dürften. Dass die ungeliebte Ampel just am Wahlabend von Trump ihr Finale erlebte, war insofern etwas unglücklich gewählt, weil es in den Tagen zuvor gerade darum gegangen war, was Europa dem anarchischen und übergriffigen Gebaren des künftigen US-Präsidenten und seiner Clique entgegenzusetzen habe. Ohne handlungsfähige Regierung in Deutschland reduzierten sich die unterschiedlichen Szenarien einer Stabilisierung gleich wieder. Bis zum 23. Februar ist es zwar noch einige Tage hin, aber trotzdem gilt: Die Qual der Wahl! Zwar wird der Wahlkampf nun kürzer, aber nicht etwa dynamischer ausfallen. Weil die Akteure der gescheiterten Ampel einfach weiter im Spiel geblieben sind und nun unterschiedliche Optionen ausprobieren, die allerdings lediglich zwischen angetäuschtem Politikwechsel und kaum verdeckten Weiter-So changieren. Die CDU/CSU bedient sich bei der Rhetorik der AfD. Die SPD, Partei der sogenannten kleinen Leute, setzt auf den demografischen Fakt einer überalterten Gesellschaft mit Rentner*innen, denen man besser nicht ins Portemonnaie und in den Heizungskeller hineinregiert. Die Grünen scheinen aus der Ampel-Erfahrungen gelernt zu haben, dass die Zeiten einer ideologisch unterfütterten Politik überholt sind und setzen auf pragmatische Problemlösungskompetenz am Küchentisch. Die AfD hat ästhetisch zugelegt und bekämpft ab sofort die „Windmühlen der Schande“. Wer die Linke im Bundestag sehen will, müsste in die Wahlbezirke der drei „Silberlocken“ umziehen, was angesichts der herrschenden Bürokratie und der Nähe des Wahltermins kaum zu schaffen sein dürfte. Spaß macht das alles nicht. Und Entertainment muss anderswo gefunden werden. Eigentlich sollte hier noch etwas ausführlicher zu Thilo Mischke und sein unterkomplexes Kulturverständnis stehen. Etwas zum seltsamen Jugendkult der Führungsetagen der Öffis, der scheinbar Jugendlichkeit mit Sexismus und Felix Lobrecht-Prolligkeit verwechselt, darüber aber in und mit der Öffentlichkeit nicht sprechen oder gar diskutieren mag, sondern auf (konstruktive und seriöse) Kritik nur beleidigt reagiert. Erinnert ein wenig an die Transparenz einer Kaderpartei wie dem BSW und hilft sicher nicht bei der Aufwertung des abgewirtschafteten Images. Stichwort: „Legitimation durch Verfahren“. Was bleibt?<br />
Die Aussichten scheinen trostlos: Wenn das BSW, die Linke und die FDP an der 5%-Hürde scheitern und die Brandmauer zur AfD vorerst noch intakt bleibt, dann sind gerade mal zwei Koalitionen möglich, von denen eine gerade von Teilen der CDU und der CSU geradezu fulminant als Brandmauer #2 ausgeschlossen wird. Ändert sich diese Machttaktik nicht, bleibt nur ein Bündnis von der CDU und der geschrumpften SPD, der eigentlich dringend eine Regeneration in der Opposition zu wünschen wäre. Die Vernunft dürfte – böses Beispiel: Österreich – pragmatisch bei den Koalitionsverhandlungen noch einmal obsiegen. Auf das, was dann folgt und seine Konsequenzen kann die AfD beruhigt setzen. Abgerechnet wird dann spätestens zum Ende des Jahrzehnts. Es wird böse enden. Aber ab März legt 2025 endlich richtig los!</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
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		<title>Zum Geleit (Januar 2025)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2025/01/zum-geleit-januar-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 13:15:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zum Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[Januar]]></category>
		<category><![CDATA[Zum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Business as usual, mittlerweile. Ein Datum ist gesetzt, diverse Schreckenszenarien werden ent- oder verworfen, kursieren multimedial – und am Ende wartet dann die Erkenntnis, es hätte nicht schlimmer kommen können. Am 23. Februar wird gewählt und es passte in die Zeitläufte, wenn es am Ende auf eine Kanzlerin hinausliefe. Bis dahin ist es noch etwas hin, weshalb wir uns in Baden-Württemberg die Zeit damit vertreiben, uns selbst zu gratulieren. Damit wir nicht alles selbst machen müssen, gibt es den Job des Kulturstaatssekretärs, der Anfang Dezember vom „Bundewettbewerb (sic!) Jugend musiziert“ den Eindruck mitnahm, wie großartig es sich anfühlt, im „musikalischsten Bundesland“ zu leben, weil „unsere jungen Talente aus THE LÄND“ die meisten Preise abgeräumt haben. War uns gar nicht so klar, dass Jugend musiziert nicht nur ein Wettbewerb unter jungen Talenten ist, sondern auch ein föderaler Wettbewerb. Wiewohl selbst dem Musizieren gänzlich abhold, ahnt der Kulturstaatssekretär doch, dass ohne Fleiß, kein Preis und erklärt: „Dieses musikalische Niveau erreicht aber nur, wer über Leidenschaft verfügt, und wer das Talent mit Fleiß und Ausdauer zu großer Könnerschaft entwickelt.“</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-kng68qht-fc3565876553691a5a664c07bdbd0949">
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</div><div class="special-heading-border"><div class="special-heading-inner-border"></div></div></div>
<section  class='av_textblock_section av-kng69h10-c743abe3cbd83a359bc92539e49645e6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Business as usual, mittlerweile. Ein Datum ist gesetzt, diverse Schreckenszenarien werden ent- oder verworfen, kursieren multimedial – und am Ende wartet dann die Erkenntnis, es hätte nicht schlimmer kommen können. Am 23. Februar wird gewählt und es passte in die Zeitläufte, wenn es am Ende auf eine Kanzlerin hinausliefe. Bis dahin ist es noch etwas hin, weshalb wir uns in Baden-Württemberg die Zeit damit vertreiben, uns selbst zu gratulieren. Damit wir nicht alles selbst machen müssen, gibt es den Job des Kulturstaatssekretärs, der Anfang Dezember vom „Bundewettbewerb (sic!) Jugend musiziert“ den Eindruck mitnahm, wie großartig es sich anfühlt, im „musikalischsten Bundesland“ zu leben, weil „unsere jungen Talente aus THE LÄND“ die meisten Preise abgeräumt haben. War uns gar nicht so klar, dass Jugend musiziert nicht nur ein Wettbewerb unter jungen Talenten ist, sondern auch ein föderaler Wettbewerb. Wiewohl selbst dem Musizieren gänzlich abhold, ahnt der Kulturstaatssekretär doch, dass ohne Fleiß, kein Preis und erklärt: „Dieses musikalische Niveau erreicht aber nur, wer über Leidenschaft verfügt, und wer das Talent mit Fleiß und Ausdauer zu großer Könnerschaft entwickelt.“ Mit Fleiß und Ausdauer und nicht zuletzt auch mit 240 öffentlichen Musikschulen im Land im Rücken, wobei die prekären Arbeitsbedingungen der dort Lehrenden im allgemeinen Jubel leider keine Erwähnung fanden, weil alles super klingen soll. Tut es ja auch. Ist aber noch nicht alles, denn natürlich ist Baden-Württemberg nicht nur mit Klavier, Cello, Flöte und Violine ganz vorne mit dabei, sondern kümmert sich als POPLÄND auch um die Postpubertierenden, für die Pop ein wichtiges Ausdrucksmittel ist. Und weil das so ist, hat sich die um eine junge Perspektive bemühte regionale Kulturpolitik darauf verständigt, die Szene „sichtbarer“ (Winfried Kretschmann) zu machen. Durch Vernetzung und Förderung und Schaffung von Freiräumen der Kreativität. Das ist insofern etwas überraschend, weil der ehemalige Leiter der Mannheimer Pop-Akademie Prof. Udo Dahmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit nicht müde wird, daran zu erinnern, dass Baden-Württemberg einerseits eine herausragende Position als „Vorreiter der populären Musik in Deutschland“ innehat, die andererseits gleichwohl gestärkt gehört. Nun mag man sich außerhalb Stuttgarts und nämlich in Berlin, Hamburg und Köln erstaunt die Augen und Ohren reiben, wie man davon leider nun gar nichts mitbekommen hat. Also nicht nur von der Sichtbarkeit. Aber Dahmens Pop-Expertise kann sich ja nun wirklich sehen und hören lassen, gelangten doch Acts wie Get Well Soon, Mine, Wallis Bird, Get Well Soon und auch Get Well Soon und nicht zuletzt Mine unter seine Ägide zu mindestens Weltruhm. Und Dutzende anderer Acts, deren Namen uns gerade nicht einfallen wollen. Es geht aber um mehr, wie der Kulturstaatsekretär weiß: „Clubs, Festivals und Musikkonzerte als Live-Begegnungsstätten (sind) ein wichtiger Gegenpol zur Online-Welt der Sozialen Medien. Es ist die Aufgabe einer demokratischen Landespolitik, jungen Menschen zu zeigen, dass auch sie mit ihren Themen und Kulturformen an- und wahrgenommen werden.“ Der Kulturstaatssekretär im ländlichen Raum unterwegs als Ethnologe, der nicht nur jugendliche Kulturformen registriert, sondern den Jugendlichen auch zeigt, dass er sie wahrnimmt. Er tut dies nicht nur aus Freude am Job, sondern er weiß auch um die ökonomische Dimension des Ganzen, wobei die kreative Seite des Subkulturellen etwas aus dem Blick gerät, wenn es heißt Festivals und Großkonzerte als „Tourismusverstärker“ fungieren. Irgendwie Kraut und Rüben, aber durchaus mit Tradition. Wer sich an die SWR-Sendung „Kretschmanns Musik“ erinnert, weiß eh, dass der Ministerpräsident einst ein kompromissloser Fan von Pop-Extravaganzen wie Dave Brubeck, The Beatles und der Riedlinger Band Powerplay gewesen ist. Nur allzu gerne hätte er sich mit dieser Vorliebe für seltsame Kulturformen angenommen und von einer demokratischen Landespolitik auch sichtbar gemacht gewusst. Dass das seinerzeit wohl nicht so gewesen ist, nennt man dann wohl die Ungnade der vorzeitigen Geburt. Egal. Wir sehen also, dass The Länd nicht nur super talentierte musizierende Jugendliche an Klavier, Flöte und Cello fördert, sondern auch noch in die Vision vom POPLÄND investiert. Dass Baden-Württemberg zudem natürlich auch noch als Jazz-LÄND mit einer tollen Club-Landschaft und großartigen Festivals und als Filmhochschul-, Ballett-, Opern- und Schauspiel-LÄND bestens dasteht, wollen wir an dieser Stelle nicht vergessen zu erwähnen. Aber: was passiert eigentlich, wenn in dieser blühenden LÄNDschaft, deren Blüte sich nicht jedem unmittelbar erschließen mag, plötzlich die Fördermittel knapp werden. Was passiert, wenn gespart werden muss? Wo wird dann gespart werden? Was passiert, wenn die Sparmaßnahmen dazu führen, dass gefragt nachdrücklich wird, wer eigentlich die vielfältigen Angebote nutzt und zu schätzen weiß? Was passiert, wenn Umfragen ergeben, dass das Kulturangebot einer Mehrheit weniger wichtig ist als beispielsweise die Infrastruktur? Was passiert, wenn Kulturförderung nicht länger legitim mit der Gießkanne verteilt wird? Wenn plötzlich die Quote Einzug im Paradies hält? Wenn ein volatiles Stadionrock-Konzert wichtiger erscheint als eine sperrige Avantgarde-Performance? Wenn Kunstvermittlung gegen Entertainment ausgespielt wird? Wenn das komplette und bestens eingespielte System des fortgesetzten gegenseitigen lokalpatriotischen Schulterklopfens auf den Prüfstand kommt? Wenn die Verteilungskämpfe auch im Kulturbetrieb durchschlagen? Insofern gilt: 2025 könnte ein Jahr werden, in dem es sinnvoll sein könnte, seine kulturellen Aktivitäten auch einmal strategisch zu hinterfragen und produktive Entscheidungen zu treffen. Damit nicht die Situation entsteht, dass unterschiedliche Akteure gegeneinander ausgespielt werden können. Die Nischenkultur wird es danken. Die Oper aber auch.</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
</div></section><p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2025/01/zum-geleit-januar-2025/">Zum Geleit (Januar 2025)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum Geleit (Dezember 2024)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2024/12/zum-geleit-dezember-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2024 14:03:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zum Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[november]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Herrschaften, allmählich wird’s wirklich fad, oder? Seit mehr als ewigen Zeiten wurden wir auf allen Kanälen mit dem Datum und der globalen wie historischen Bedeutung der US-Wahlen belämmert. Alles längst entschieden hieß es noch im Sommer, obschon Sleepy Joe Biden da schon erhebliche Probleme mit der mündlichen Darreichung komplexerer Zusammenhänge hatte. Als es mit ihm wirklich zu slow, zu bunt wurde, wurde die bis dato unscheinbare Vizepräsidentin Kamala Harris eingewechselt - und plötzlich brach 2024 spät zum zweiten Mal ein Frühling aus. Was für ein Aufbruch! Welch eine Hoffnung, es würde ausnahmsweise nicht immer alles schlimmer!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-kng68qht-fc3565876553691a5a664c07bdbd0949">
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</div><div class="special-heading-border"><div class="special-heading-inner-border"></div></div></div>
<section  class='av_textblock_section av-kng69h10-c743abe3cbd83a359bc92539e49645e6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Herrschaften, allmählich wird’s wirklich fad, oder? Seit mehr als ewigen Zeiten wurden wir auf allen Kanälen mit dem Datum und der globalen wie historischen Bedeutung der US-Wahlen belämmert. Alles längst entschieden hieß es noch im Sommer, obschon Sleepy Joe Biden da schon erhebliche Probleme mit der mündlichen Darreichung komplexerer Zusammenhänge hatte. Als es mit ihm wirklich zu slow, zu bunt wurde, wurde die bis dato unscheinbare Vizepräsidentin Kamala Harris eingewechselt &#8211; und plötzlich brach 2024 spät zum zweiten Mal ein Frühling aus. Was für ein Aufbruch! Welch eine Hoffnung, es würde ausnahmsweise nicht immer alles schlimmer! Aber je näher der Wahltag rückte, desto lauer wehten die Winde des Weiter-So. Schließlich wurde aus dem prognostizierten Kopf-an-Kopf-Rennen ein fulminanter Kantersieg Trumps. Sogar so eindeutig fiel der Wahlsieg aus, dass Trump quasi ab demnächst durchregieren kann. Was dann folgte, war selbst für die Düsseldorfer Avantgarde-Gruppe Der Plan überraschend, die bereits 1980 Donald Trump mit einer Hit-Single bedacht hatten. Damals hieß es: „Gefährliche Clowns steh&#8217;n am Straßenrand / Gefährliche Clowns steh&#8217;n am Straßenrand / Sie haben ein paar Waren für Kurt Martin in der Hand / Achtung Kurt Martin, die Macht greift ganz sacht hin! / Achtung Kurt Martin, die Macht greift ganz sacht hin!“ Die Sache mit dem Clown glaubt man sofort, aber seine Gefährlichkeit zeigte der Clown sogleich, als er in den ersten Wochen nach der Wahl, aber lange vor der offiziellen Inauguration Ende Januar sein Kabinett bastelte: ein großes bisschen Horrorshow mit lauter seltsamen Extremisten, die ab Januar ausziehen, der Welt das Fürchten zu lehren. Vielleicht um den Schock über den Ausgang der US-Wahl etwas abzumildern und die Aufmerksamkeitsökonomie der Deutschen etwas ab- und umzulenken, beschloss die Ampel-Regierung überraschend selbstlos ihren Selbstmord. Nochmal Der Plan: „Da vorne steht ne Ampel / Komm schnell, sie leuchtet rot. / Alle Leute warten, doch wir, doch wir, doch wir<br />
doch wir, sind schon längst fort.“ Inszeniert nach alter Väter Sitte als Intrige und Verrat. Mit den Worten „Ich will nicht mehr dein Kumpel sein!“ expedierte der Kanzler Scholz seinen Finanzminister Lindner auf den freien Arbeitsmarkt. Anders formuliert: Die Nacht war kurz, das Ereignis ist groß, doch Zeit zum Nachdenken bleibt wenig, weil es weitergehen muss und auch sofort weitergeht. Dem Müssen folgt ein Wollen und dem Wollen ein Können. Wobei „Können“ durchaus ausdifferenziert ins Spiel kommt. Während der selbst erklärt »coole« Kanzler Scholz einerseits die Regierung kippt, andererseits aber mit größter Selbstverständlichkeit sogleich wieder als Kanzlerkandidat agiert, verzichtet FDP-Lindner auf eine Kanzlerkandidatur und hofft auf eine Weiterbeschäftigung als Finanzminister der nächsten Bundesregierung. Doch noch ist Vor-Merz, weshalb auch Ex-Vizekanzler Habeck sich zu den Klängen von Herbert Grönemeyers „Zeit, dass sich was dreht“ als Germanys Next Top-Kanzler denkt. Cool, aber leider chancenlos. Während Verkehrsminister Wissing seine Notizen aus dem Ethik-Leistungskurs entdeckt und zum Super-Minister einer Schattentruppe aufsteigt, widmet sich Justizminister Buschmann seinem Hobby und stellt Elektro-Schmock mit dem Titel „Gehen, um zu stehen“ online. Etwas schmutzige Wäsche, etwas Geschacher, aber letztlich geht alles so weiter wie bisher. Wären da nicht die ganzen großen und kleinen Gesetzesvorhaben, die jetzt (wahrscheinlich vergeblich) darauf warten müssen, dass die nächste Regierung sich ihrer annimmt, sofern sie deren Relevanz teilt. Was ja leider nicht ausgemacht ist. Ein windiger Tübinger Medienwissenschaftler mit Precht-Gedächtnisfrisur wittert derweil das Böse in „X“ und verlangt von Schulen Nachhilfe in „Medienkompetenz“. Noch-Ministerpräsident Kretschmann kann das durchaus nachvollziehen und könnte sich vorstellen im Gegenzug die zweite Fremdsprache im Gymnasium zu streichen. Für Kretschmann bedeutet das letztlich nur: Schwäbisch und Hochdeutsch, das passt schon. Zweite Fremdsprache wäre wohl Englisch gewesen. Das kann das Telefon übernehmen, falls sich mal ein Gast aus dem Ausland sich ins Schwäbische verirrt. Wir aber ziehen die Wiener Neigungsgruppe Sex Gewalt und Gute Laune aus dem Regal und hören zur Feier des Jahres 2024 die Cover-Version: &#8222;G‘fickt für immer!“ Und hoffen auf ein paar Konzerte in der Zukunft, die uns schmerzhaft mit einer Realität konfrontieren, die nicht in Podcasts und Talkshows weggeplaudert wird. Demnächst dann also Wahl ohne Wahl: „It’s cool, man!“</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
<p>Hier geht es zu den im Text erwähnten Songs:</p>
<div class='avia-iframe-wrap'><iframe title="Der Plan -  Gefährliche Clowns" width="1333" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/6sZ8nlTM_4k?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<div class='avia-iframe-wrap'><iframe title="Der Plan - Da Vorne Steht Ne Ampel" width="1333" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/FrgvaeuoL24?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<div class='avia-iframe-wrap'><iframe title="Neigungsgruppe Sex, Gewalt &amp; Gute Laune - G&#039;Fickt Für Immer" width="1333" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/Yf-owX6kZ7M?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></section><p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2024/12/zum-geleit-dezember-2024/">Zum Geleit (Dezember 2024)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum Geleit (November 2024)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2024/11/zum-geleit-november-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2024 12:44:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zum Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[november]]></category>
		<category><![CDATA[Zum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>2024, das Jahr des großen Missvergnügens, lässt nicht locker! It’s the same old song! Europawahl, Landtagswahlen, die Österreich-Wahl – stets wurden wochen-, ja, monatelang die schönsten Menetekel an die Wand gemalt. Oh, mein Gott, was wäre, wenn das, was wir alle befürchten und zwar aus durchaus guten Gründen (falls das Vertrauen auf menschliche Dummheit oder auch moralische Indifferenz als »gute Gründe« durchgehen?) tatsächlich »wahr« wird? Und wenn es dann genau so kam, wie vorhergesagt, dann war die Panik mit Händen zu greifen, dass es tatsächlich so gekommen war, wie befürchtet. Super! Man könnte ewig so weiter machen. Am 5. November wird nun in den USA gewählt werden. Da könnte sich dieses Spiel wiederholen. Aber es könnte durchaus auch noch schlimmer kommen, weil sich der orangene Ex-Präsident auf der Zielgeraden immer mehr auf einem Rachefeldzug gewähnt hat.</p>
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<p>2024, das Jahr des großen Missvergnügens, lässt nicht locker! It’s the same old song! Europawahl, Landtagswahlen, die Österreich-Wahl – stets wurden wochen-, ja, monatelang die schönsten Menetekel an die Wand gemalt. Oh, mein Gott, was wäre, wenn das, was wir alle befürchten und zwar aus durchaus guten Gründen (falls das Vertrauen auf menschliche Dummheit oder auch moralische Indifferenz als »gute Gründe« durchgehen?) tatsächlich »wahr« wird? Und wenn es dann genau so kam, wie vorhergesagt, dann war die Panik mit Händen zu greifen, dass es tatsächlich so gekommen war, wie befürchtet. Super! Man könnte ewig so weiter machen. Am 5. November wird nun in den USA gewählt werden. Da könnte sich dieses Spiel wiederholen. Aber es könnte durchaus auch noch schlimmer kommen, weil sich der orangene Ex-Präsident auf der Zielgeraden immer mehr auf einem Rachefeldzug gewähnt hat. Und hier kommt nun die Kultur ins Spiel, denn während wir ja seit ein paar Jahren fortwährend mit mehr oder weniger lustigen Anekdoten über „The Donald“ versorgt werden, die einem wahlweise oder auch in nuce den Glauben an die Menschheit, den menschlichen Verstand oder zumindest die US-Demokratie zertöppern, können wir jetzt dank „The Apprentice“ mal einen Blick darauf werfen, wie aus Donald Trump das Monstrum wurde, das uns bis in unsere Träume verfolgt. Und siehe da: der Self-Made-Man Donald Trump erweist sich derart als Kreatur weitaus diabolischer Kräfte aus dem Elternhaus oder der Society Manhattans, dass man fast schon Mitleid mit ihm hat wie mit Frankensteins Kreatur. Wäre da nicht das Finale des Films, das an den Zauberlehrling erinnert, der sich seinem Schöpfer gegenüber vielleicht nicht überlegen, aber deutlich weniger empathisch erweist. Man könnte regelrecht nachdenklich werden – im Kinosaal. Das wiederum bringt uns zur Frage, welche Funktion Kultur in diesen Zeiten der Polykrise spielt oder spielen könnte. Im Oktober spielte das Duo Augn einen denkwürdigen Gig in der Manufaktur. Die Popgeschichte ist reich an Tabubrüchen, was das Verhältnis von bezahlter Dienstleistung und künstlerischer Autonomie angeht. Wir erinnern uns an sehr kurze (The Jesus &amp; The Mary Chain), sehr laute (The Jesus and The Mary Chain; Sonic Youth), sehr verweigernde (Lou Reed), sehr provokante (G.G. Allin; Throbbing Gristle) und ausgesprochen trostlose (Oasis) Konzerte, die allesamt auch als Angriff aufs Publikum verstanden werden konnten. Bei Augn steht nun nicht nur Publikumsbeschimpfung, Veranstalterbeschimpfung und Beschimpfung des Veranstaltungsortes auf dem Programm, sondern auch der ganze erprobte Rest (kurz, laut, verweigernd), manchmal sogar mit der Pointe der Abwesenheit der Künstler, wodurch dann das Konzert zur Listening Session wird. Nimmt man dann noch die Texte von Augn hinzu, kommt man sehr schnell auf eine Meta-Meta-Ebene von Konzert, die gut 50 Jahre Provokation mit 50 Jahre Grenzerkundung Revue passieren lässt – und trotzdem noch funktioniert, weil es eben immer auch eine Einladung zur umfassenden, unberechenbaren Negation ist. Erfrischend! Wer’s konventioneller mag, sollte dringend die Stuttgarter Oper besuchen, wo eine vom Wiener Aktionismus beeinflusste Performance-Künstlerin eine feministische Kirchenkritik auf dem Niveau von Nonnenwitzen nebst einer Portion Surrealismus auf eine Weise in Szene setzt, dass die Feuilletons mehr oder weniger schockiert von Notarzt-Einsätzen im Opernhaus berichten. Und Stuttgart hat einen Skandal, der das Städtchen mehr als bundesweit in die Schlagzeilen bringt. Stadtmarketing, einmal um die Ecke gedacht. Wir fragen uns lediglich: Warum ging diese Inszenierung in Schwerin und Wien so folgenlos über die Bühnen, während im Schwabenländle das Opernpublikum gleich dutzendfach auf schwach macht? Egal! Jede Resonanz auf künstlerisches Wirken ist willkommen in Zeiten, in denen der Rotstift gerade in der Kultur angesetzt wird. Und es muss ja nicht immer nur Provokation sein! Man kann ja auch mal ein melancholisches Märchen wie „Fallende Blätter“ erzählen, wie es Aki Kaurismäki in seinem jüngsten Meisterwerk tut. Eine Liebesgeschichte unter Verlierern in Helsinki, aber vor dem Hintergrund von Cinephilie und einer Pop-Sensibilität, die sich gewaschen hat. Es gilt: „Ich bin deprimiert!“ „Warum?“ „Weil ich so viel trinke!“ „Warum trinkst du so viel?“ „Weil ich deprimiert bin!“ Und immer freitags ist Karaoke. Und die Musik dazu stammt u.a. von den zwei Schwestern von Maustetytöt, die, falls die Zeit hinreicht, auch bei der Schorndorfer Projektion von „Fallende Blätter“ dabei sein werden, um vielleicht ein paar Fragen zum Film oder zur Zusammenarbeit mit Kaurismäki oder allgemeiner zu Finnland und zur Kunst Kaurismäkis zu beantworten, die Kaurismäki selbst wahrscheinlich nie beantworten würde. Anschließend geht’s dann runter in den Saal, wo Maustetytöt dann live diese besondere Form der finnischen Melancholie in ein Live-Set gießen werden. Oder umgekehrt? Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Filme wie „Fallende Blätter“ plus der Live-Performance von Maustetytöt eventuell politisch wie kulturell bedeutsamer sind als spekulativ-voyeuristisch kolportierte Notarzt-Einsätze im Stuttgarter Opernhaus, wenn ein Stückchen Haut gegrillt wird, um sich über ein längst abgewirtschaftetes Christentum lustig zu machen. Um es mit den Dead Kennedys zu formulieren: „We’ve got bigger problems now!“</p>
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		<title>Zum Geleit (Oktober 2024)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2024/10/zum-geleit-oktober-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2024 15:39:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zum Geleit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>unter Therapeuten gilt es als schöner Zug, den Patienten per Honorarabrechnung dazu zu beglückwünschen, wenn im geduldigen Gespräch etwas zu Tage tritt, was das Unterbewusste längst erfolgreich verdrängt wähnte, so dass das Wiederhochspülen schlicht als eine ungute Überraschung gewertet werden muss. Damit ist nicht gemeint, dass in jeder seriösen Tarantino-Doku unweigerlich der Moment kommt, an dem Harvey Weinstein durchs Bild rauscht. Und auch nicht rauscht, sondern in der Bildmitte, in Cannes, bestens gelaunt in der Bildmitte posiert. Ach ja, those were the days der (scheinbar) harmlosen Pop-Kultur. Alles ein großer Jungssport! Wofür es ja in „The Länd“ ein ganz besonders ausgeprägtes Sensorium gibt. Für Jungssport und für Pop. In diesem Sinne trifft man sich jetzt alle Nas‘ lang zu irgendwelchen Get-togethers an irgendwelchen mehr oder weniger abgelegenen Orten in The Länd, um die regionalen und lokalen Kreativen im Pop-Länd Baden-Württemberg mit all seinen Pop-Büros und Pop-Akademien im Zeichen einer nicht näher definierten „Transformation“ zu vernetzen, „damit Baden-Württemberg als POPLÄND hör- und sichtbar wird“. Gerade auch dort, wo The Länd noch ganz besonders nach „Länd“ riecht, wenn mann/frau/divers morgens das Fenster öffnet.</p>
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<section  class='av_textblock_section av-kng69h10-c743abe3cbd83a359bc92539e49645e6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>unter Therapeuten gilt es als schöner Zug, den Patienten per Honorarabrechnung dazu zu beglückwünschen, wenn im geduldigen Gespräch etwas zu Tage tritt, was das Unterbewusste längst erfolgreich verdrängt wähnte, so dass das Wiederhochspülen schlicht als eine ungute Überraschung gewertet werden muss. Damit ist nicht gemeint, dass in jeder seriösen Tarantino-Doku unweigerlich der Moment kommt, an dem Harvey Weinstein durchs Bild rauscht. Und auch nicht rauscht, sondern in der Bildmitte, in Cannes, bestens gelaunt in der Bildmitte posiert. Ach ja, those were the days der (scheinbar) harmlosen Pop-Kultur. Alles ein großer Jungssport! Wofür es ja in „The Länd“ ein ganz besonders ausgeprägtes Sensorium gibt. Für Jungssport und für Pop. In diesem Sinne trifft man sich jetzt alle Nas‘ lang zu irgendwelchen Get-togethers an irgendwelchen mehr oder weniger abgelegenen Orten in The Länd, um die regionalen und lokalen Kreativen im Pop-Länd Baden-Württemberg mit all seinen Pop-Büros und Pop-Akademien im Zeichen einer nicht näher definierten „Transformation“ zu vernetzen, „damit Baden-Württemberg als POPLÄND hör- und sichtbar wird“. Gerade auch dort, wo The Länd noch ganz besonders nach „Länd“ riecht, wenn mann/frau/divers morgens das Fenster öffnet. Als nächster Schritt bei der selbstverordneten Agenda der Erkundung des POPLÄNDS bietet sich selbstredend ein Wettbewerb unter den Kreativen an. Titel: „The creative laend-challenge“. Kennt man ja aus Social Media, so etwa die legendäre „Ich kippe mir kaltes Wasser über die Birne“-Challenge. Wer es von den Kreativen bislang noch nicht aus The Länd herausgeschafft hat, darf (noch) mitmachen. Alles erlaubt, allerdings: „Die größten Chancen haben professionelle Arbeiten, die sich mit den Entwicklungen und Herausforderung der Gegenwart auseinandersetzen, zum Beispiel Themen wie Regionalität, Cross-Innovation, Demokratie oder Nachhaltigkeit.“ Eine &#8211; selbstredend, wir sind in The Länd – „hochkarätige Jury“ wird schließlich die Auswahl der Besten unter den Besten treffen. Zur Belohnung warten ein Preisgeld von, hoppla?, 1000€ und „eine breit angelegte Social-Media-Kampagne“. Professionelle Kreative werden gewiss hellhörig geworden sein. Deal? Deal! Apropos „Wiederhochspülen“ ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit und Innovation. Erschraken wir doch jüngst gehörig, als wir zur Mittagszeit auf DRadio Kultur Ohrenzeugen der bräsig in sich permanent hinein kichernden Überheblichkeit Harald Schmidts wurden. Um keine noch so billige Pointe verlegen und schwer damit beschäftigt, sich selbst fortwährend für die vermutete eigene Cleverness auf die Schulter klopfend, gab der aus dem Bauch improvisierende Nürtinger seine ganz persönliche Sicht der Dinge zu allerlei Themen des Tages zu Protokoll. Dabei unterstützt von einem fortwährend vor sich hin glucksenden Moderator, der selig jede zynische Pointe des notorischen Besserwessis Schmidt abgluckste, ahnend, dass etwas Glanz von „Dirty Harry“ auf ihn abfärben würde. Damit er einst seinen Enkelkindern erzählen könne: „Damals, als die Sonne der Kultur niedrig stand, warfen selbst großgewachsene Zwerge lange Schatten.“ War sonst noch was? Klar doch, die Gallagher-Brüder haben auf ihre Kontoauszüge geguckt und erschreckt sogleich ein Comeback beschlossen, das jetzt nur noch stattfinden muss. Die Konzertkarten, wiewohl dynamisch bepreist, sind offenbar schon weg. Damit endet eventuell zumindest kurzzeitig der schönste Bruderzwist seit Kain und Abel. Vor Noel und Liam liegen jetzt bis zum Cash-in die Mühen der Ebene.<br />
In einer Art von bedauernswertem Nostalgie-Reflex erinnerten sich Legionen sentimentaler Ü50er sogleich an die zehn größten Songs der Lads, kamen dann leider aber auch bei längerem Nachdenken über drei nicht hinaus. Was wiederum nostalgische Blur- und Pulp-Fans ihrerseits schmunzelnd registrierten. Andere wiederum, jünger oder auch älter als das Oasis-Klientel, wussten eh, dass Oasis zumindest live immer eine Scheißband gewesen sind. Neben diesem überraschend vorgestrigem Brit-Pop-Hype gingen andere Nachrichten fast unter. So hatte ein Terroranschlag im dafür notorischen Solingen nicht nur dem Wahlkampf in Thüringen und Sachsen noch einmal auf der Zielgeraden gehörig Drive verliehen. Weil der Messer-Täter längst wieder in Bulgarien hätte sein müssen, dies aber aufgrund diverser Umstände, Flugpläne und anderer Nachlässigkeiten nicht war, reagierte die Politik nicht etwa mit einer dringend anzuratenden Durchlüftung gewisser Verfahrensprozesse bei Ausländerbehörden und Exekutive, sondern nahm sich lieber gleich das Asylrecht zur Brust. Von derlei Kreativität herausgefordert, nahmen sich die Wähler*innen in Thüringen und Sachsen ein Herz (vielleicht sogar Verstand?) und wählten just so, dass der CDU der Triumph im Halse stecken bleiben muss, wenn die sogenannte „Brandmauer“ aufrechtgehalten wird. Wenn dieser Tage etwas wirklich schockierte, dann war das wahrscheinlich der Schock, mit dem die Medienöffentlichkeit auf die Wahlergebnisse reagierte. Stoff genug für Dutzende Talkshows mit Besetzungen bis runter in die B-Ebene der Politprominenz. Stoff genug für Hunderte Leitartikel, deren lustigster dazu riet, das sentimentale Projekte „Wiedervereinigung“ als gescheitert ad acta zu legen und sich im Westen endlich wieder ein schönes Leben zu machen. Toll auch die Idee, der an politischem Gestaltungswillen völlig desinteressierten Vorsitzenden des BSW vorzuhalten, sie habe sich weder in der Ukraine noch bei einer Tafel blicken lassen, um sich mit der Realität zu konfrontieren. Worauf diese so menschenscheu wie stets antwortete, dies müsse sie gar nicht, sie bekäme schließlich ständig Mails von überall her, weshalb sie stets bestens informiert sei über all die Wünsche und Sorgen des Volkes. Was würden wir geben für einen Blick in diese Mailbox! Für den entsprechenden Soundtrack dieser Tage sorgte dann mit „reimloser Lyrik in unregelmäßigen Rhythmen“ (Brecht) der Sänger und Demokrat Sebastian Krumbiegel, der seiner Omi, die im November 1938 alles gesehen, aber nichts verstanden haben will, signalisierte, beim gemeinsamen Weinen seine Lektion gelernt zu haben: „Nie wieder!“</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
</div></section><p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2024/10/zum-geleit-oktober-2024/">Zum Geleit (Oktober 2024)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum Geleit (September 2024)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2024/09/zum-geleit-september-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 10:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zum Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Geleit]]></category>
		<category><![CDATA[september]]></category>
		<category><![CDATA[Zum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Sonntag, der 9. Juni 2024. Europawahltag. Huiii! Die Realität hält ihren Einzug auf eine Art und Weise, dass sich manche/r sich noch Tage später – je nach Temperament und Präferenz - etwas verstört, verdutzt, irritiert, ratlos die Augen reibt. Mit der rechten Präferenz gibt es sogar reichlich zu feiern. Aus anderer, demokratischerer Perspektive dagegen macht sich ein Unbehagen breit, während man noch staunt, dass sich die Wahlkreis-Karte der Republik schwarz-blau färbt – mit ein paar rot-grünen Pubertätspickeln. Die paar roten Pünktchen muss man wirklich suchen (Herne, Emden, Eckernfeld); die entsprechenden grünen Pünktchen finden sich vorzüglich in urbanen Räumen mit angegliederter Universität (u.a. Freiburg, Karlsruhe, Köln, Münster, Oldenburg, Kiel, Flensburg). Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern können mit ihrer Unbeflecktheit hausieren gehen. Wenn man genau hinschaut, meint man die Mauer zu sehen. Irre, after all these years. Noch unbehaglicher wird es, wenn man beginnt, an der schwarzen Oberfläche zu kratzen und es dahinter zumeist auch blau wird. Die Parteien der Ampel-Koalition haben zusammen einen sehr, sehr knappen Vorsprung vor der CDU/CSU. Die Grünen und die SPD verlieren deutlich; die FDP bleibt auf niedrigem Niveau fast stabil. Die AfD liegt bei 15,9%. Dem BSW gelingen aus dem Stand 6,2%; die Linke wird halbiert. So sieht’s also aus! Da atmet man ja schon fast auf, wenn es heißt, Schorndorf habe gegen den Trend gewählt, der AfD nur einen kleinen Erfolg, aber keinen Erdrutsch erlaubt und könne so weiterhin als Bollwerk gegen den Rechtsextremismus fungieren. Ja, Herrschaftszeiten, als kleines gallisches Dorf, oder was?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-kng68qht-fc3565876553691a5a664c07bdbd0949">
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</div><div class="special-heading-border"><div class="special-heading-inner-border"></div></div></div>
<section  class='av_textblock_section av-kng69h10-c743abe3cbd83a359bc92539e49645e6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Als wir uns jüngst, dem Wetterbericht Gehorsam erweisend, das Album „Studio One Space-Age (Dub Special) auflegten, erinnerten uns einige der Bläsersätze an die Band, die einst als Dexys Midnight Runners angetreten waren, Punk erst durch Northern Soul und dann durch Celtic Soul etwas Stilbewusstsein einzupflegen. Und weil wir dann sogleich nostalgisch wurden, mussten wir den Song „Old“ anstimmen, in dem es heißt: „Old have memories to keep the cold away / What is that you say? / No sense to dwell / Old, are you ridiculed and turned away? / No attention paid? / I thought as much / Yes and the dumb patriots have their say / Only see their way / Nothing to sell …”. Über’s Altern und Älter-Werden wird ja gerade ohnehin viel nachgedacht. Nicht zuletzt, weil die Gesellschaft so unschön altert, weil die Pflegekrise eskaliert, weil die Alten immer älter werden und die Jungen in der Minderheit sind. Was dazu führt, dass die Alten sich selbst, aber auch die Jungen dazu zwingen können, fürderhin die größten Hits der 1960er, 1970er, 1980er und 1990er in Dauerrotation und auf Festivals nicht nur anzuhören, sondern auch noch gehörig abfeiern zu müssen. Gutes Stichwort: JazzOpen, wo blutjunge Journalist:innen von ihren Redaktionen dazu angehalten waren, dem trostlosen Treiben wolllüstige Elogen derart abzuringen, bis sich ein Höhepunkt an den nächsten reihte. Zum natürlich frenetisch gefeierten Finale dann der schöne Satz von Parov Stelar: Wär‘ Stuttgart eine Frau, ich würd‘ sie heiraten!“, kolportiert ausgerechnet von jenem kurz in den fragwürdigen Status eines StZ/StN-Musikkritikers beförderten Redaktions-Adabeis, der sonst mit routinierter Begeisterung über das queere Stuttgart schwadroniert. Altgediente feiern vorzüglich Jubiläen, weshalb sich die Gegenwart aktuell wie folgt liest: 40 Jahre „Bochum“, 50 Jahre Sting, 60 Jahre Lenny Kravitz, 30 Jahre „Ill Communication“, 30 Jahre „Hamburger Schule“, 30 Jahre „Jazz Open“, 50 Jahre „Glam-Rock“, 44 Jahre Beatles kaputt, 63 Jahre Mauerbau. Und dann ist ja auch noch Kafka-Jahr! 100 Jahre tot, der Mann. Also immerhin, anders als Rocko Schamoni &amp; Co. Nicht mehr mit belegter Stimme vor die Kamera zu bekommen, um vom Krieg zu erzählen. Wobei wir jetzt zwischen Altern und Tod keine direkte Linie insinuieren wollen, indes schon zwischen Altern und Nostalgie. Nostalgie, verstanden als die Sehnsucht nach der Rückkehr in die Vergangenheit, ist eine Kombination aus freundlicher Erinnerung und schmerzlichem Vermissen. Wobei die Vergangenheit so aus Versatzstücken zusammen gesampelt wird, bis ihr das innewohnende Bizarre und Fremde entzogen ist. Die Vergangenheit des Nostalgikers ist eine wohlig-warme Kuschelzone. Also „Bochum“ ohne die vorherigen Album-Flops, Kravitz ohne Lennon-Epigonalität und Sting ohne Second-Order-Reggae. Altern ohne Nostalgie gibt es übrigens auch, wie der Taylor Swift-Festival Sommer 2024 gezeigt hat. Man war objektiv alt, wenn man gewahrte, all das auch nur im Ansatz nicht zu verstehen, dieses gewaltige Bohei der Swifties um Songs, weil man diese Songs, nein, nicht sogleich beim Hören schon wieder vergessen hatte, sondern sie gar nicht bewusst hören vermochte. Anders beispielsweise als diejenigen Beyoncés. Nicht besser machte die Sache, dass andernorts bespielhaft bewiesen wurde, dass jeder Swift-Song so gebaut ist wie ein durchschnittlicher Song von Avril Lavigne. Doch die hatte man, alt, ja auch schon überhört, geflissentlich. Allerdings sparte man sich explizit die Kritik an dieser Event-Kette, weil man ja nicht so recht wusste, wozu Taylor ihre Swifties noch anstiften würde. Womit wir beim Wort des Jahres wären: „Weird“. „Weird“ sehen nicht nur wir aus, auf alten Fotos. Nein! „Weird“ scheint auch die freundliche Waffe gegen den endlosen Sermon aus Quatsch und Lügen, den Donald Trump gemeinhin so absondert. Viel zu lange haben die US-Demokraten versucht, dieser aberwitzig-abstrusen Melange mit Faktenchecks und Diskurs beizukommen. Jetzt, wo Kamala Harris »Sleepy Joe« Biden als Präsidentschaftskandidatin ersetzt hat, staunt man, wie schwerfällig und uninspiriert die Trump-Kampagne auf die neue Herausforderung reagiert. Plötzlich wirkt Trump sehr alt, überfordert und agiert offen rassistisch, plötzlich wirkt sein Running Mate Vance pubertär, plötzlich sieht sich „The Donald“ einer Ex-Generalsstaatsanwältin gegenüber, die Typen wie ihn zu kennen vorgibt. Die Defensive scheint Trump nicht zu liegen. Wen wundert’s? Obwohl Kamala Harris bislang nicht für politische Inhalte steht, obwohl sie bei Amtsantritt damals eine Hoffnungsträgerin schien – und dann komplett abtauchte – ein wenig Aufbruchsstimmung tut dem US-Wahlkampf gut. Zumal dann noch der gut gealterte All American Boy Tim Walz an die Seite von Harris beordert wurde. Eine clever gewählte Ergänzung. Uns alten Nostalgikern ging jedenfalls das Herz auf, als jetzt bekannt wurde, dass Walz einst im Mai zu den Klängen der Replacements und von Hüsker Dü um die Häuser zog. Wenn dazu ein geschmackvoll-nostalgischer Jazz-Vinyl-Einkauf von Harris (Charles Mingus, Roy Ayers, Ella &amp; Louis) viral geht, scheint die politische Positionierung von Taylor Swift vorerst verzichtbar. Mal sehen, wie lange diese Welle rollt. Apropos Nostalgie: The Wedding Present feiern das 35er-Jubiläum ihres Albums „Bizarro“, live in der Manufaktur. Auch C86er können nostalgisch, aber wer George Best auf dem Albumcover platziert, weiß eh: „When I think of all the good times that I&#8217;ve wasted having good times.” In diesem Sinne …</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
</div></section><p>The post <a href="https://www.club-manufaktur.de/2024/09/zum-geleit-september-2024/">Zum Geleit (September 2024)</a> first appeared on <a href="https://www.club-manufaktur.de">Club Manufaktur e.V. aus Schorndorf</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zum Geleit (Juli und August 2024)</title>
		<link>https://www.club-manufaktur.de/2024/07/zum-geleit-juli-und-august-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hacker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 14:10:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Freund*innen der Manufaktur,</p>
<p>Sonntag, der 9. Juni 2024. Europawahltag. Huiii! Die Realität hält ihren Einzug auf eine Art und Weise, dass sich manche/r sich noch Tage später – je nach Temperament und Präferenz - etwas verstört, verdutzt, irritiert, ratlos die Augen reibt. Mit der rechten Präferenz gibt es sogar reichlich zu feiern. Aus anderer, demokratischerer Perspektive dagegen macht sich ein Unbehagen breit, während man noch staunt, dass sich die Wahlkreis-Karte der Republik schwarz-blau färbt – mit ein paar rot-grünen Pubertätspickeln. Die paar roten Pünktchen muss man wirklich suchen (Herne, Emden, Eckernfeld); die entsprechenden grünen Pünktchen finden sich vorzüglich in urbanen Räumen mit angegliederter Universität (u.a. Freiburg, Karlsruhe, Köln, Münster, Oldenburg, Kiel, Flensburg). Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern können mit ihrer Unbeflecktheit hausieren gehen. Wenn man genau hinschaut, meint man die Mauer zu sehen. Irre, after all these years. Noch unbehaglicher wird es, wenn man beginnt, an der schwarzen Oberfläche zu kratzen und es dahinter zumeist auch blau wird. Die Parteien der Ampel-Koalition haben zusammen einen sehr, sehr knappen Vorsprung vor der CDU/CSU. Die Grünen und die SPD verlieren deutlich; die FDP bleibt auf niedrigem Niveau fast stabil. Die AfD liegt bei 15,9%. Dem BSW gelingen aus dem Stand 6,2%; die Linke wird halbiert. So sieht’s also aus! Da atmet man ja schon fast auf, wenn es heißt, Schorndorf habe gegen den Trend gewählt, der AfD nur einen kleinen Erfolg, aber keinen Erdrutsch erlaubt und könne so weiterhin als Bollwerk gegen den Rechtsextremismus fungieren. Ja, Herrschaftszeiten, als kleines gallisches Dorf, oder was?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-kng68qht-10f7068e197218e8fd416eb5a6b7c45c">
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<p>Sonntag, der 9. Juni 2024. Europawahltag. Huiii! Die Realität hält ihren Einzug auf eine Art und Weise, dass sich manche/r sich noch Tage später – je nach Temperament und Präferenz &#8211; etwas verstört, verdutzt, irritiert, ratlos die Augen reibt. Mit der rechten Präferenz gibt es sogar reichlich zu feiern. Aus anderer, demokratischerer Perspektive dagegen macht sich ein Unbehagen breit, während man noch staunt, dass sich die Wahlkreis-Karte der Republik schwarz-blau färbt – mit ein paar rot-grünen Pubertätspickeln. Die paar roten Pünktchen muss man wirklich suchen (Herne, Emden, Eckernfeld); die entsprechenden grünen Pünktchen finden sich vorzüglich in urbanen Räumen mit angegliederter Universität (u.a. Freiburg, Karlsruhe, Köln, Münster, Oldenburg, Kiel, Flensburg). Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern können mit ihrer Unbeflecktheit hausieren gehen. Wenn man genau hinschaut, meint man die Mauer zu sehen. Irre, after all these years. Noch unbehaglicher wird es, wenn man beginnt, an der schwarzen Oberfläche zu kratzen und es dahinter zumeist auch blau wird. Die Parteien der Ampel-Koalition haben zusammen einen sehr, sehr knappen Vorsprung vor der CDU/CSU. Die Grünen und die SPD verlieren deutlich; die FDP bleibt auf niedrigem Niveau fast stabil. Die AfD liegt bei 15,9%. Dem BSW gelingen aus dem Stand 6,2%; die Linke wird halbiert. So sieht’s also aus! Da atmet man ja schon fast auf, wenn es heißt, Schorndorf habe gegen den Trend gewählt, der AfD nur einen kleinen Erfolg, aber keinen Erdrutsch erlaubt und könne so weiterhin als Bollwerk gegen den Rechtsextremismus fungieren. Ja, Herrschaftszeiten, als kleines gallisches Dorf, oder was? War da nicht mal was? Dieses Potsdam-Treffen und die Re-Migrationsdebatte, die Massendemonstrationen für die Demokratie, dieses dubiose TV-Duell zwischen Höcke und Voigt, die Selbstdemontage der Spitzenkandidaten der AfD in den Wochen vor der Wahl, die Überschwemmungen nach Starkregenfällen in Süddeutschland, die Olaf Scholz den Satz entlockten, ihm sei unangenehm aufgefallen, wie häufig er in den vergangenen Monaten mit Gummistiefel zur Arbeit habe erscheinen müssen. Die Wände der gefluteten Dörfer und Städte sind noch nicht trocken, aber gewählt wird die AfD. Und abgewählt werden aus durchaus guten Gründen die Grünen, die für eine Klimapolitik stehen, die gemacht werden muss, allerdings möglichst so, ohne dass sie jemandem wehtut. Der Rest ist dann business as usual: Wahlanalysen, Debatten und Schuldzuweisungen in Talkshows und Leitartikeln. Nazis, die immer noch empört sind, wenn sie Nazis genannt werden, werden in Talkshows Nazis genannt und empören sich. Die Jugend, die Gruppe der 16 bis 24 jährigen habe »Rechts« gewählt, heißt es. Was falsch ist, denn diese Wählergruppe hat nur nicht länger die Altparteien gewählt, sondern eher die Speziellen, die man gerne die Sonstigen nennt. Wenn Altparteien, dann allerdings tatsächlich eher die AfD als die Grünen. Ein paar Thesen: Die Altparteien hätten zur Europawahl nicht nur der Jugend keine „Erzählung“ anzubieten gehabt, die motivierend gewirkt hätte. Insgesamt sei eine Politikunlust der demokratischen Parteien mit Händen zu greifen, während die nicht-demokratischen Parteien immerhin mit einem (vielleicht naiven) Gestaltungsoptimismus antreten. Meint: Die AfD und auch das BSW glauben tatsächlich daran, dass sie mit den Mitteln der Politik, Dinge, die sie stören, verändern können. Während das Establishment sich in abstrakte Begriffe wie „Transformationsprozesse“ flüchtet, allerdings konkret bestenfalls noch Baustellen benennt, die gerade aus Gründen nicht behoben werden können. Legitimationskrise des Spätkapitalismus? Neuwahlen? Man wird sehen.</p>
<p>Einer dieser anstehenden großen Transformationsprozesse ohne Plan ist beispielsweise die Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der sich einerseits sein Programm nicht mehr leisten kann, weil Pensionsansprüche erfüllt werden müssen und gleichzeitig mit Schrecken bemerkt, dass ihm „die Jugend“ abhanden gekommen ist. Wobei man leider nicht so genau weiß, ob die Öffis wissen, wer oder was genau die Jugend ist. Der SWR startete im Rahmen der SWR-3-Comedyshow im Rahmen des Stuttgarter Sommerfestivals einen Versuchsballon und verpflichtete Oliver Pocher mit seinem „Liebeskasper“-Programm. Pocher machte, was Pocher immer macht, führte Menschen vor, die Eintritt dafür zahlen, dabei zu sein, wenn Pocher Menschen vorführt. Diesmal flossen Tränen, was den Baby Schimmerlos der StZ/StN motivierte, sich einmal zum Moralapostel aufzuschwingen und wahlweise Pocher oder den SWR oder beide eine Reue abzunötigen. Der Plan schlug fehl, nur der SWR kroch zu Kreuze und sucht nun weiter nach der jugendlichen Zielgruppe. Wie einst Livingstone und Stanley habe man gehofft, mittels Pocher zu einem Milieu vorzudringen, zu dem der SWR bislang keinen Zugang gehabt habe. Derweil kursieren erste Berichte über die Pläne beim HR und bei Radio Bremen. Alles, was dazu zu sagen ist, formulierte Dietmar Dath in der „FAZ“ in seiner Grußadresse zum 70. Geburtstag von Rainald Goetz über Bande:</p>
<p>„Am medienaktuellen Wort stirbt Wahrheit schneller ab als an gesuchteren Wortsorten, nicht weil die Redakteurin oder der Redakteur zur Gleichschaltungsabsprache verschworen wären, wie „Lügenpresse“-Schreier wähnen, sondern weil Redaktionen kleine Milieus sind, die größere mit Debattenstoff versorgen. Das Riechhirn jeder in solchen Dienst geschirrten Schreibkraft lernt schnell, wie und worüber in den betreffenden Milieus geredet wird, bald kann es nicht mehr anders. Audience capture nennt man’s heute, früher hieß es „Leser-Blatt-Bindung“. Online drängen jetzt Absatzängste das Schreiben dazu, dem Publikum so blöde zu kommen, wie dieses Pu-blikum meist gar nicht ist, aber im algorithmen¬erzeugten Affektschwips halt vor sich hin klickt.“ Obacht, dieser Absatz muss vielleicht wiederholt gelesen werden, um seine ganze Pracht zu entfalten!</p>
<p>Irgendwie passt es ins Bild, wenn am 4. Juli die slovenische Kultband Laibach im Rahmen ihrer Opus Dei Tour in der Manufaktur vorbei schauen. Mitte der 1980er Jahre reüssierte die Band durch ihr subversives multimediales Spiel mit dem Zeichenrepertoire des Totalitären, das beispielsweise dem Song „Life is Life“ von Opus drei Oktaven tiefer legte und auf Diabolik queerte. Später sich dann die Beatles („Let it be“), die Stones („Sympathy for the Devil“) oder Shakespeare („Macbeth“) verknöpfte und Abgründe erkundete. Große Kunst, sehr frivol seinerzeit, als man noch mit dem Faschismusverdacht dealte. Heute, mit Nazis over here and Nazis over there, sind wir ein paar Schritte weiter (zurück). Mal sehen, ob Laibach mehr als Nostalgie im Gepäck haben. Könnte auf jeden Fall sehr spannend werden!</p>
<p>Eure</p>
<p>Manufaktur</p>
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