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Zum Geleit


Liebe Freundinnen und Freunde der Manufaktur!

Wüstenzeit! Zwei Konzerte von Bands, die aus Wüstenstädten kommen und sich musikalisch am Lebens- und Mythenraum Wüste abarbeiten, das gibt es hier bei uns im Remstal auch nicht jeden Monat! Und das ist noch nicht mal alles, wüstenmäßig!

Also: Am 3. Mai spielen bei uns Tamikrest, die großartige Band aus Mali beziehungsweise Algerien. Wer sich ein bisschen für Musikgeschichte interessiert, hat vermutlich irgendwo schon mal gehört, dass ihre Version von Tuareg-Musik nicht einfach „traditionell“ ist, und auch nicht einfach eine Adaption US-amerikanischer Musik, sondern dass sie zu einer musikalischen Richtung gehört, die vieles, was wir als Blues- und Rockmusik kennen, historisch gewissermaßen vorwegnimmt – und dann in einzigartiger Weise die neueren Varianten davon als Einfluss verarbeitet, wie man das eben so macht als Musiker_in. Kategorien wie Tradition und Moderne sind eh längst für die Katz. Und Musik aus der Wüste ist die neue Popmusik, weltweit.

Wüstenmusik, Teil II, nur zwei Tage später: Am 5. Mai haben wir Sergio Mendoza und das Orkesta Mendoza zu Gast, aus Tucson, Arizona in den USA. Musikalisch weniger leicht mit dem Wüstenmäßigen zu identifizieren, aber immerhin herkunftsmäßig („die Wüstenstadt“) – und die Zusammenhänge mit dem Calexico- und Giant-Sand-Kosmos, also dem Wüstensound der Südwest- USA, tun ihr Übriges dazu.

Und Achtung, noch ein Trommelwirbel: Wir sagten ja schon, das ist nicht alles. Wüstenmusik, der Ausblick bzw. Teil III: Am 3. August wird mit Tinariwen die erste Band überhaupt in der Manufaktur spielen, die einen Grammy gewonnen hat! (Glauben wir zumindest, wir lassen uns auch gerne berichtigen). Und natürlich sind sie eine (Tuareg-)„Desert (Blues-)Rock“-Band aus Mali, bekannt von den großen Bühnen der Welt.

So weit, so konsistent, zusammenhängend, in sich schlüssig. Nur: Wie kriegen wir jetzt die anderen Höhepunkte des Mai-Programms in dieses Vorwort? Zum Beispiel die Sleaford Mods, die am 12. Mai endlich erstmalig in der Manufaktur auftreten werden. (Wir finden, dass sie schon sehr viel länger sehr gut ins Programm gepasst hätten). Da werden ziemlich rapide die Tickets knapp. Sleaford Mods, Sleaford Mods, Sleaford, Sleaford, Sleaford Mods! Das Duo aus Nottingham macht Musik, die von den Erfahrungen in den kaputten Stadtvierteln in Nordengland geprägt ist und bei der die Verachtung für die Welt der Globalisierungs- und Flexibilisierungsgewinner aus jeder Pore quillt. Sie sehen das als Musik für die „working class and under“. Jason Williamson, Sänger und Texter, hat auf Twitter in legendär unfreundlicher Weise einen Labour-Politiker angegangen und ist dafür aus der Partei geflogen, die er wie so viele weiter nach links hatte drängen wollen. Wie dem auch sei: Sleaford Mods, das ist Musik, passend zu den, äh, Verwüstungen des Neoliberalismus. Die insofern fast schon zwingend ins Programm dieses Monats passen. Darüber macht man keine billigen Witze?

Zu spät.
Einen schönen Mai wünschen

Eure FreundInnen der knallhart durchgezogenen Vorwort-Leitmotive
von der
Manufaktur