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Liebe Freundinnen und Freunde der Manufaktur,
dieser Manufaktur-Monat hat zwei Schwerpunkte, deren Kombination sich merkwürdig ausnehmen mag: Punkrock und FDP.
Kommen wir gleich zum kontroversen Bestandteil, also zur FDP. Wir freuen uns sehr auf die Veranstaltung mit dem allseits bekannten Hartfrid Wolff, der als FDP-MdB im sogenannten NSU-Untersuchungsausschuss als Obmann fungiert und ein beredter Kritiker der Nachrichtendienste und des Verfassungsschutzes ist. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, die Vorgänge und den Stand der Dinge in der Aufklärung im Detail erläutert zu bekommen und ihre Bewertung zu diskutieren. Wir freuen uns sehr, dass unser Gast zugesagt hat. Damit setzen wir unsere Veranstaltung zu dieser Thematik fort.
Trotzdem ist das für uns auch ein Tabubruch. Grindcore und Death Metal, üble Gesellen aller Art (naja, keine Rechten halt), das veranstalten wir immer gern, aber ein Forum für Liberale bieten? Manchmal muss man echt über seinen Schatten springen! (Oh je, hoffentlich kriegen wir jetzt nicht wieder Stress mit den Ironieverweigerern!).
Anyway. Zurück zum Punk. „Do geht dr Pank ab“, das ist ja seit den mittleren 1980er-Jahren eine stehende Wendung unter gesetzten Damen und Herren, liberal oder nicht, wenn von bierseligem Zusammensein die Rede ist. Aber in diesem Monat stimmt’s einfach. Bei uns geht „dr Pank ab“. Kurze Songs, hohe Lautstärke, schnelles Geklöppel, kein blödes Getue. Also alles, was Spaß macht und was mit Haltung zu tun hat. Im Programm sind AC4 aus Schweden, aber auch The Intelligence aus Seattle und Die Nerven aus Esslingen, sowie Thee Oh Sees aus Kalifornien und Zentralheizung of Death (des Todes) aus Erfurt, oder „ZHOD“, wie die Kenner sagen. Wie auch immer sie das dann sagen, wenn sie es sagen. Vielleicht hat die Country-Göttin Neko Case (deren Backgroundsängerin Kelly Hogan übrigens auch zu unseren Lieblingsmusikerinnen weltweit zählt) auch eine Punk-Vergangenheit, wir würden’s fast annehmen.
Beim näheren Hinsehen ist das dann natürlich nicht alles Punk im strikten Wortsinn, aber wenn jemand weiß, was das heißt, sollte er sich sowieso mal hier melden. Beim näheren Hinsehen macht ja auch manch liberaler Politiker sinnvolle Sachen. Also sehen wir lieber nicht näher hin. Oder doch. Wir sind noch unentschieden.
Einen schönen Mai wünscht
die Manufaktur
P.S.: Punk Rock und FDP gehen, wie dieses Programm zeigt, also wunderbar zusammen. Und, um nur ein Beispiel zu nennen, Johnny Ramone fand ja Ronald Reagans Neoliberalismus auch so richtig klasse. Bei aller Toleranz sollte aber eines klar sein: Wer hier ein Abo der rundum verwerflichen Zeitschrift „Business Punk“ hat, der fliegt raus.
P.P.S.: Gabba Gabba Hey!