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Lesung und Diskussion | Karl Heinz Roth stellt sein neues Buch vor: Globales Proletariat - Provinzielle Linke?

Donnerstag, 27. November 2008, ab 20 Uhr

Gerade beobachten wir, wie der globalen Wirtschaft ihr Bankensystem um die Ohren fliegt. Die Entwicklung begann Anfang der 70er mit dem Paukenschlag der flexiblen Wechselkurse, der Petro-Dollar-Krise, dem Aufbau der Weltfinanzmärkte. Weltweit verschlechtern sich seitdem Arbeitsbedingungen, Einkommen, Absicherung gegen Krankheit, Unfall, Erwerbslosigkeit und Alter. Jetzt endet der Bogen in einer globalen Kredit- und Energiekrise und es ist noch nicht auszumachen, welches neue Zeitalter mit welchen Akkumulations- und Regelungssystemen auf uns zukommt.

K. H. Roth sieht in diesen Entwicklungen jedoch keineswegs nur Leidensgeschichte. Sie enthalten auch Lernprozesse und Konflikterfahrungen, die es möglich machen ein völlig neues Modell gesellschaftlicher Egalität zu entwickeln und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. «Die Lösung dieser Aufgabe scheint schwerer und unrealistischer denn je. Aber sie liegt vielleicht sehr viel näher vor uns, als wir uns selbst in unseren gewagtesten Tagträumen vorzustellen vermögen.»

Zum Autor:
Arzt, Historiker und Revolutionär
Karl Heinz Roth wächst, geprägt von seinen Erfahrungen mit dem Fortleben des Nazismus in Bundeswehr und medizinischen Fakultäten, in den frühen 60er Jahren in die Studentenbewegung hinein.  In der damaligen Hochburg der APO (außerparlamentarische Opposition) wird er einer der führenden Vertreter des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund). Von der Polizei mit Haftbefehl gesucht und weiter öffentlich auftretend lebt er schließlich ein Jahr illegal in Hamburg. Als junger Arzt wird er 1975 Ziel einer hysterischen Medienkampagne: Kopf des «2. Juni», tagsüber Chirurg, nachts Terrorist … (1977 wird er von den verschiedenen Vorwürfen freigesprochen.)

Karl Heinz Roth arbeitete dann über Jahrzehnteparallel als praktischer Arzt und als Wissenschaftler. Bereits in seinem Buch «Die andere Arbeiterbewegung» (74) löst er heftige Kontroversen aus. Denn das Buch schreibt Geschichte aus der Sicht der unqualifizierten Massenarbeiter und nicht aus der Perspektive des Facharbeiters mit seinen braven Gewerkschaften.

Die Sicht «von unten» hat Roth sich erhalten und sie weiterentwickelt bei der Betrachtung der globalen Arbeitsbedingungen.

Eintritt frei