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FRANZ DOBLER liest aus: aufräumen

FRANZ DOBLER liest aus: aufräumen

Mittwoch, 7.5.2009; 20.00 Uhr

Mit Musik kennt Beat, der Held dieses Romans, sich aus. Mit Frauen auch. Immerhin hat er viele Filme gesehen, viele Bücher gelesen. Was zwar nicht immer hilft, manchmal aber schon. Drei Jobs braucht Beat, um sich über Wasser zu halten: Er kellnert im Heaven, schreibt gelegentlich Musikkritiken und beliefert einen Pornoproduzenten mit »Ideen«, mit Bildern, die er aus seinem Leben »schießt«. Doch aus seiner beengten Lebenssituation hat ihn das nicht geführt, es ist keine gute Zeit für die Generation der schwindenden Chancen. Wie ein Seismograf nimmt Beat die unterschwellige Aggression wahr, die die Leute mühsam oder gar nicht mehr unter Kontrolle haben. Wie der Mann, der vor ihm in der Straßenbahn sitzt und plötzlich ausrastet. Wann ist er selbst soweit? Er muss dringend aufräumen in seinem Leben. Vor allem jedoch muss er die Sache mit dem Pornoproduzenten und der Polizei klären. Erst dann kann er sich auf Monika konzentrieren, die Frau mit den Singles. Die Musik liebt und auflegt. Mit der das Leben anders sein könnte. »Aufräumen« erzählt vom Leben eines Mannes, der am Rande der Gesellschaft steht und nicht wieder in sie hinein findet. Er erzählt von Blessuren und Verletzungen, von Wutschüben und Hoffnung, von früheren Wünschen und jetzigen Illusionen. Von Frauen und vom Träumen, von der Kraft der Musik und, immer wieder, von der Liebe. »Doblers Prosa strahlt eine große, süchtig machende Melancholie aus, sie klingt wie der raue, schmerzvolle Blues aus einem Amerika, das es schon lange nicht mehr gibt, und sie ist ungeheuer komisch.« Der Spiegel Seine Texte sind eine eigentümliche und besondere Mischung aus Achternbusch und Bierbichler, Country und Cash, einer Menge amerikanischem Actionkino, Bukowski-Gehabe, Brinkmann-, Fauser- und Hubert-Fichte-Einflüssen und viel Dobler-Gegenwart, die sich selten da abspielt, wo die Gewinner wohnen. Dobler selbst zog vor Jahren von München nach Augsburg, ganz einfach, weil ihm die Wohnungen in München zu teuer wurden. Und man hat ihn seither immer gern als Außenseiter wahrgenommen, auch, weil er über Außenseiter schrieb, nicht nur, aber auf die Außenseiter konzentrierten sich alle, wenn es um Dobler ging, weil es so gut ins Bild des Underdogs passte und zu dem bekannten Fauser-Satz, dass, wenn die Literatur nicht bei den Außenseitern bleibe, sie gleich als Partyservice anheuern könne. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Franz Dobler, geb. 1959, hat u.a. den Roman »Tollwut« und die Johnny Cash-Biografie »The Beast in Me« geschrieben, Hörspiele und Radio-Features verfasst und etliche CD-Compilations herausgegeben, zuletzt »On the Road again Mama« (Trikont). Er spielt so gut Tischtennis wie Manfred Coen und an vielen Abenden als Discjockey »Get Country & Rhythm!«

Eintritt:
6.- Euro VVk plus Gebühr
8.- Euro Abendkasse
6.- Euro Mitglieder