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Attac-Kino | Vergiftete Geschenke – Wie die EU Afrika plündert

Mittwoch, 26. November 2008, ab 20 Uhr

Mutter der Menschheit, Mutter der Ressourcen, Mutter Afrika, bei ihr gibt`s noch was zu holen, ihr Kinder des Nordens.

Klima? Hunger? Mutter Afrika zieht die Stirn in Falten wird alt – bald geht sie, die Mutter, am Stock. Kinder des Nordens, wollen wir Mutter nicht noch ein wenig stützen? Morgen begraben wir sie.

Karge Ernten, hohe Lebensmittelpreise und Hungerrevolten. Um weltweit für ausreichend Nahrungsmittel zu sorgen, fordern rund 400 Wissenschaftler und Politiker eine komplette Neuausrichtung der Landwirtschaft. Ansonsten, so die Warnung, drohe vor allem Entwicklungsländern der Kollaps. Die Experten fordern eine radikale Umkehr der Agrarpolitik. Business as usual ist keine Option mehr. So lautet das eindeutige Fazit zur Nahrungsmittelkrise in dem Bericht des Weltlandwirtschaftsrates vom 15. April diesen Jahres in Paris.

Der Schweizer Soziologe und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler: «In den letzten Jahrzehnten sind auf der Erde unglaubliche Reichtümer entstanden, der Welthandel hat sich in den letzten 12 Jahren mehr als verdreifacht. Zum ersten Mal in der
Geschichte der Menschheit ist der objektive Mangel besiegt.» Aber: «Die neuen Kolonialherren, die multinationalen Konzerne eignen sich die Reichtümer der Welt an. Diese neue Feudalherrschaft ist 1000 Mal brutaler als die Aristokratische zu Zeiten der Französischen Revolution.»

Die Handelspolitik der EU spielt dafür eine zentrale Rolle. Denn die Union ist eine der treibenden Kräfte, wenn es darum geht, weltweit Absatzmärkte für Industriegüter, Dienstleistungen und Investitionen zu öffnen. Schon lange leiden die Volkswirtschaften der afrikanischen Länder darunter, dass sie aufgrund einer verhängnisvollen Subventionierungspraxis der EU-Staaten von künstlich verbilligten Produkten, darunter viele auch aus dem Nahrungsmittelsektor überschwemmt werden. Alle Industrieländer zusammen haben letztes Jahr für Produktions- und Exportsubventionen landwirtschaftlicher Güter 349 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die Folge ist die Zerstörung der lokalen Märkte in den Entwicklungsländern. Sogenannte «Dumpinggemüse» aus der EU sind auf den lokalen Märkten vorzufinden.

Viele Menschen aus dem armen Teil der Welt versuchen in eine der Wohlstandsoasen wie die Europäische Union zu gelangen. Neben einer Gefährdung der Ernährungssicherheit zeigt die Filmreportage den Zusammenbruch ganzer lokaler und nationaler Produktionszweige und gibt einen Einblick in die gegenwärtige EU-Handelspolitik mit Afrika.

Im Anschluss berichten wir über Ansatzpunkte einer anderen Welthandels- und EU-Politik und stellen diese zur Diskussion.

Eintritt frei
Veranstalter - Attac Regionalgruppe Schorndorf